Cyber-physische Systeme im Leistungssport auf der Basis vernetzter Sportgeräte - Anwendungsfall Skistock im Projekt SMAPOLE

Das individuelle Monitoring des Trainings durch Messung verschiedenster Trainings- und Gesundheitsparameter birgt für Sportler ein immenses Potenzial zur Leistungssteigerung bei zugleich reduziertem gesundheitlichen Risiko (Düking, Hotho, Holmberg, Fuss & Sperlich, 2016). Im Spitzen- sowie auch im Breitensport sind Wearables, am Körper bzw. in der Kleidung applizierte, miniaturisierte Monitoringsysteme mit integrierter Auswertungseinheit, bereits heute weit verbreitet. Wearables bilden die Grundlage cyber-physischer Systeme, welche es erlauben, Trainingsdaten über Internetplattformen mit anderen Aktiven zu teilen (Social Sharing) und zu vergleichen. Dieser Anwendungsfall verdeutlicht, dass der Einzug der Digitalisierung und die damit verbundene, zunehmende Datenerfassung und nachgeschaltete Datenanalyse im Sport längst begonnen hat. Das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (2017), gefördert durch das Bundesministerium des Innern, listet in seiner Trendschau den digitalen Sport neben weiteren zukunftsweisenden Themen, wie autonomes Fahren, Cloud Computing und Kryptowährungen, auf (www.oeffentliche-it.de/-/digitaler-sport). Um das Potenzial des digitalen Sports u. a. zur Leistungssteigerung im Leistungssport voll zu erschließen, sind sportartspezifische Monitoringsysteme erforderlich, welche die relevanten Trainings- und Gesundheitsparameter erfassen können. Im Spitzensport spielt zudem die Messung von Leistungsparametern am Sportgerät eine zentrale Rolle zur Verbesserung der Technik, des Trainings und des Sportgeräts selbst. Hier stoßen kommerziell erhältliche Wearables schnell an ihre Grenzen, da diese zumeist für einen großen Markt bestimmt und daher wenig spezialisiert sind. An dieser Stelle greift die Vision des Projekts SMAPOLE: cyber-physische Systeme im Leistungssport auf der Basis vernetzter Sportgeräte. Das vernetzte Sportgerät ermöglicht nicht nur die Ausführung der Sportart, sondern erfasst simultan relevante Messwerte zu Belastung sowie Bewegung und kommuniziert direkt mit einer Dateninfrastruktur, z. B. dem Internet. Ein derartiges cyber-physisches System bietet im Spitzensport einen Mehrwert für eine Vielzahl von Nutzern. Während der Aktive ein Livefeedback zur Trainingssteuerung erhält, werden dem Trainer und Wissenschaftler umfangreichere Datensätze zur individualisierten oder gruppenspezifischen Auswertung (ortsungebunden) zur Verfügung gestellt. Dem Zuschauer einer Sportveranstaltung kann über Liveeinblendungen der Messdaten ein tieferes Verständnis und Erlebnis der Sportart vermittelt werden.
© Copyright 2018 Technologien im Leistungssport 3: Tagungsband zur 19. Frühjahrsschule am 14./15. Mai 2018 in Leipzig. Veröffentlicht von Meyer & Meyer. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Spielsportarten Naturwissenschaften und Technik
Veröffentlicht in:Technologien im Leistungssport 3: Tagungsband zur 19. Frühjahrsschule am 14./15. Mai 2018 in Leipzig
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Aachen Meyer & Meyer 2018
Schriftenreihe:Schriftenreihe für Angewandte Trainingswissenschaft, 13
Online-Zugang:https://open-archive.sport-iat.de/sponet/SR_2018_13_145_hoehne_cyber.pdf
Seiten:145-148
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch