Probleme der Erstellung biomechanischer Technik-Weltstandanalysen in Sportarten mit zyklischen Bewegungen
(Problems in elaborating biomechanical analyses of the international state of the art in sports with cyclic motions)
Problemstellung
Die Steuerung der Trainingsprozesse im Leistungssport erfordert u.a. möglichst aktuelle Kenntnisse über die Realisierungsstände beim Ausführen der sportlichen Technik durch Weltspitzenathleten/-innen im Rahmen von Wettkämpen. Rückwirkungsfreie biomech-anische Datenerhebungen zu den die sportliche Technik kennzeichnenden Bewegungs-merkmalen basieren derzeitig jedoch nur auf den Einsatz kinematischer Untersuchungs-verfahren. Da prinzipiell biomechanisch-energetische Zweckmäßigkeitseinschätzungen (nichtstarrer Systeme) auf der Basis noch zulässiger vereinfachter Systemmodifikationen die Grundlage biomechanischer Analysen in den Ausdauersportarten bilden sollten, ist die hinreichend exakte Erfassung der Weg- und Winkelgrößen zu gewährleisten. Des weiteren gilt es stets den Grad der Bewegungskonstanz in der Zyklenfolge quantitativ zu belegen. Die hierbei auftretenden Problemfelder werden beispielhaft dargelegt.
Methoden
In den Jahren 1995 bis 1998 erfolgten vier 3D-kinematische Wettkampf-aufzeichnungen im Skilanglauf/ Biathlon am Anstieg. Mittels zwei zunächst starrer und anschließend neig-, schwenk- und in ihrer Brennweite veränderbaren Videokameras wurden über 100 Sportler/-innen aufgezeichnet und bewertet. Die variierte Anwendung der Bewegungsanalyse-systeme PEAK5.3 und PEAK Motus mit und ohne Zusatzsoftware PANNING und DLTOPT führten zu problembezogenen Ergebnissen.
Ergebnisse
Die Ermittlung der Werte biomechanisch "aussagefähiger" Bewegungsmerkmale zyklischer, in einem Raumsektor von 12m*2m*2m ausgeführter und im Rahmen von Wettkämpfen aufgezeichneter sowie anschließend mit dem PEAK-System (Standardausführung) bewerteter Bewegungsabläufe ist problematisch. Der Wegparameterfehler betrug (in den Rand-bereichen außerhalb des zur Kalibrierung herangezogenen Bildfeldes) bis zu 15%. Unter Nutzung der durch DRENK (1994) erarbeiteten Software PANNING und DLTOPT konnte dieser Fehler für den gesamten Aufnahmebereich auf 2,5% reduziert werden, voraus-gesetzt die Digitalisierung der Bildpunkte erfolgte durch einen Spezialisten im Umgang mit den genannten Bewegungsanalysesystemen. Der charakteristische 3D-System-Schwer-punktwegverlauf eines Einzelzyklus ist unter dem Aspekt der verrichteten äußeren mecha-nischen Arbeit bzw. "der Arbeit zur Verlagerung" (ZACIORSKIJ u.a., 1985) im Zyklus ein hinreichend "aussagefähiges" Zweckmäßigkeitskriterium zyklischer Bewegungsabläufe. Bei den laufleistungsstärksten Weltspitzenbiathleten/-innen wurden diesbezüglich die kleinsten Werte ermittelt. Anhand des mit der Bewegungszielrichtung übereinstimmend gerichteten Systemgeschwindigkeits-Zeit-Verlaufes lassen sich die zweckmäßigen zeitlichen Koordi-nationen der zielgerichtet systembeschleunigenden Antriebsimpulswirkungen nachweisen.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | technical and natural sciences endurance sports |
| Language: | German |
| Published: |
1998
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| Online Access: | http://www.tu-darmstadt.de/fb/fb3/sport/veranst/bei/herrmann.htm |
| Document types: | congress proceedings |
| Level: | advanced |