Skinstad avvikler hoyderegimentet. Skepsis bland eksperterne
(Skinstad beendet das Höhentraining. Skepsis unter den Experten)
Der Sportdirektor der norwegischen Skiläufer Age Skinstad hat den traditionellen Trainingsaufbau hinsichtlich Höhentraining für die Saison 2007/2008 verändert. Das bisher stets durchgeführte Höhentrainingslager im September in Val Senales wurde nicht durchgeführt. Seiner Meinung nach ist es von höherer Bedeutung, dass die Sportler im Oktober auf Schnee trainieren können. Damit verändert er, nach Auffassung norwegischer Experten, einen der Erfolgsfaktoren des norwegischen Skilanglaufs des letzten Jahrzehnts. Skinstad dazu: "Die wichtigste Ursache dafür, dass wir diese Veränderung durchführen ist, dass keine der nächsten Meisterschaften in großer Höhe ausgetragen wird. Deshalb brauchen wir das extreme Training in dünner Luft als Vorbereitung auf WM oder OS nicht. In diesem Jahr gibt es keine große Meisterschaft, die WM der kommenden Jahres wird in 450 m Höhe in Liberec ausgetragen, die Olympialoipen in Vancouver liegen in einer Höhe von 800 m und die WM 2011 werden in Oslo stattfinden.. Deshalb eignet sich der kommende Winter gut, um etwas Neues zu tun, um zu experimentieren. Ohne große Meisterschaft und viel Zeit bis zur nächsten Meisterschaft in großer Höhe ist der Zeitpunkt auf jeden Fall richtig gewählt. Bisher hatten wir stets vier lange Höhentrainingslager pro Saison, und das war so auch nötig. Es gibt keine Zwischenlösungen, wenn man ein maximales Ergebnis haben will. Es gibt aber Dinge, die man im Flachlandtraining bessser als unter Höhenbedingungen machen kann.
Unser Ansatz sieht vor, dass jeder Läufer ein individuelles Programm bekommt. Falls also ein Spitzenläufer viel in der Höhe trainieren kann, kann er das. Und wir werden den Läufern vor den Weltcups in Davos und Silver Star Akklimatisierungsphasen anbieten. Vor dem Höhentrainingslager ab dem 5. Oktober in Val Senales wird aber niemand in der Höhe trainieren. Ein effektives Höhentrainingslager muss mindestens 14 Tage in einer Höhe über 2.000 m stattfinden.
Die Trainingsplanung wird auf Forschungsergebnissen und individuellen Erfahrungen basieren. Vor den OS 1998 in Nagano bereitete sich Björn Daehlie auf der Seiser Alm vor, während Thomas Alsgaars in Sjusoen war. Und es war nicht leicht zu sagen, wer von den beiden in besserer Form war. Und vor dem letzten Erfolgswinter hatte Odd-Björn Hjelmeset wenig mit Höhentraining am Hut."
Juniorentrainer Fredrik Aukland zum Höhentraining: "Ich bin fest davon überzeugt, dass viel Höhentraining auf lange Sicht Erfolg bringt. Insofern habe ich eine andere Auffassung als Arge Skinstad. Es gibt keinerlei Veranlassung derartige Veränderungen durchzusetzen, bevor die Läufer ins Seniorenalter kommen. Erst müssen die Läufer eine hohes Basisniveau erarbeiten, danach kann es aktuell werden, sich nach Details wie größere Sauerstoffaufnahme und bessere Ausdauer durch Höhentraining umzusehen."
Physiologe Erlend Hem, der die Skilanglauf-Nationalmannschaft über ein Jahrzehnt begleitet und getestet hat: "Es gibt vielleicht zehn Variablen, die die Faktoren von Erfolg sind. Wenn acht von zehn funktionieren, hat man eine sehr gute Saison. Das Höhentraining ist einer dieser Faktoren. Die Effekte sind individuell sehr unterschiedlich, und es vergleichbar mit einem Schlüsselloch, durch das man sieht, um den garantierten Erfolg zu finden. Es besteht aber überhaupt kein Zweifel darüber, dass das Höhentraining für die sehr viele Läufer sehr gut war. Es passiert etwas in der Höhe, und wir haben viele Beispiele dafür, dass das auch nützlich ist. In den 90er Jahren wurde das Höhentraining systematisch angelegt und damit wurde auch das vertrauen in die Effekte gefördert. Einzelnen Läufern empfehle ich sehr stark, in die Höhe zu gehen, gleichzeitig ist es aber sehr kompliziert, alles richtig zu machen.Gleichzeitig schafft man dadurch eine Konkurrenzsituation zwischen den Läufern, was allein schon gut sein sein. Außerdem darf man auch nicht vergessen, dass die durch das Höhentraining notwendige Periodisierung auch ein zusätzlicher Pluspunkt ist. Das reisen und die Logistik können natürlich auch negative Wirkungen haben.
In diesem Jahr werden wir genau beobachten, was mit den einzelnen Läufern passiert. Einige werden sehr viel in der Höhe trainieren, andere werden Akklimatisierungsphasen vor den Wettkämpfen in der Höhe haben, anderer werden direkt aus dem Flachland zu diesen Wettkämpfen anreisen. Wir trainieren bewusst und sind davon überzeugt, dass Training mit hoher Qualität im Flachland ist der beste Weg, um in der jetzigen Situation gute Ergebnisse zu erreichen. Andererseits hegen wir keine Zweifel, dass langfristiges Höhentraining auch zukünftig notwendig sein wird, wenn Meisterschaften in großer Höhe stattfinden."
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| Notationen: | Ausdauersportarten Trainingswissenschaft |
| Veröffentlicht in: | Skisport |
| Sprache: | Norwegisch |
| Veröffentlicht: |
2007
|
| Heft: | 5 |
| Seiten: | 38-39 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | mittel |