Zur Eignung des Blutparameters s-Troponin I neben anderen Muskeleiweißparametern i.B. in der Trainingssteuerung

Die vorliegenden Blut-Untersuchungen im Training der Biathleten und nach den Marathonläufen belegen, nach muskulärer Belastung (und Überlastung) wird nahezu ausschließlich cytoplasmatisches Troponin I, das eigentlich lediglich 3,5 % des Muskelzell- Anteiles ausmacht, im Serum gemessen. Die in der Literatur beschriebene verzögerte Freisetzung des aktingebundenen Anteils Troponin I (> 95 %) ist vernachlässigbar gering und wird im laufenden Trainingsprozess von neu freigesetztem cytoplasmatischen Troponin I völlig überlagert. Die gewünschte Abgrenzung bzw. Feststellung von zu hohen Trainingspensen (Übertraining) ist somit mit dem Parameter Troponin I i.S. nicht möglich. Eine Alternative zur Lösung des Untersuchungsansatzes könnte aber die Analytik der Myosin Heavy Chain (MHC) im Blut bringen, die offensichtlich im Cytoplasma absolut nicht vorkommen und deshalb eindeutigere Nekrosemarker darstellen sollten. Zusammenfassend lassen sich speziell für die Trainingssteuerung in der Sportart Biathlon folgende Schlussfolgerungen ableiten: • Der Parameter CK eignet sich auch in der Sportart Biathlon gut für die Einschätzung der Trainingsreize im konditionellen Training. Sie spiegeln sich in der Dynamik der Abend- und Morgenwerte wieder. • Obere Grenzen für die Trainingssteuerung lassen sich anhand der Ergebnisse dieser Studie noch nicht festlegen. Fakt ist, dass aufgrund des Einsatzes größerer Muskelmassen (Beine + Arme und Rücken) gegenüber dem leichtathletischen Lauf höhere CK-Aktivitäten im Training als normal zu akzeptieren sind. • Ein positiver Trainingseffekt wird offensichtlich immer dann erreicht, wenn ein CKAbbau in der Erholungsphase entsprechend der biologischen Halbwertszeit (18 h) registriert werden kann. Das gilt auch für die Fälle, in denen Werte von > 20 mikro mol/l*s erreicht werden. • Ist der CK-Rückgang nicht gegeben, dann liegen offenbar "Zellschädigungen" vor, die dem gewünschten Trainingerfolg entgegenstehen. Ein Beweis dieser These ist durch Messung des Troponin I i.S. leider nicht möglich. Er könnte aber theoretisch durch Messung der MHC als ausschließlich fibrillär gebundenem Muskeleiweiß ermöglicht werden. • Die Messung des Myoglobin i.S. für die Trainingssteuerung und -bewertung ist bei Training am Nachmittag sinnvoll, da der CK-Gipfel erst zu unpraktikablen Zeiten (gegen Mitternacht) zu erwarten ist.
© Copyright 2005 BISp Jahrbuch 2004. Published by Eigenverlag. All rights reserved.

Bibliographic Details
Subjects:
Notations:training science endurance sports biological and medical sciences
Published in:BISp Jahrbuch 2004
Language:German
Published: Bonn Eigenverlag 2005
Pages:209-217
Document types:book
Level:intermediate