Jumper`s knee - eine Übersicht

Das so genannte "jumper`s knee" ist definiert als Schmerz im Bereich des Kniestreckapparats, der auf eine chronische Überlastung zurückzuführen ist. Die Erkrankung hat eine erhöhte Inzidenz in Sprungsportarten und ist abhängig von Trainingsfrequenz und Leistungsniveau. Der natürliche Verlauf ist protrahiert, rezidivierend und häufig bilateral auftretend. Die zugrunde liegende Ätiologie ist eine chronische Überlastung des Kniestreckapparats, die durch Sprungsportarten (Volleyball, Basketball u.ä.) sowie verschiedene intrinsische (Bandlaxität, Q-Winkel, Patellahöhenstand, Muskeldehnbarkeit, Art der Kraftentwicklung) und extrinsische Dispositionen (Trainingsfrequenz und -niveau, Bodenhärte) ausgelöst wird. Der Ort der Pathologie ist am häufigsten die osteo-tendinöse Übergangszone der proximalen Patellasehne. Histologische Untersuchungen der Sehne zeigten, dass es sich nicht um eine Entzündung, sondern um eine Degeneration handelt. In der Diagnostik stehen die typische Sportanamnese, der Untersuchungsbefund und die Sonografie im Vordergrund. Die MRT ist zur OP-Planung hilfreich. Nativröntgen, CT und Szintigrafie dienen eher der Ausschlussdiagnostik. Die Therapie ist stadienorientiert und sollte zunächst mit einem konservativen Ansatz beginnen. Dies beinhaltet zunächst eine Sportpause, Immobilisation, NSAR, paratendinöse Steroidinfiltrationen, Querfriktionsmassage, Elektrotherapie, Ultraschall und Stoßwellen. Anschließend kann mit dem Belastungsaufbau begonnen werden (moderates Training, adäquates Warm-up, Eiskühlung nach Aktivität, Muskeldehnung, exzentrische Quadrizepsstärkung). Zur Prävention werden die Patellasehnenbandage und weiche Einlagen eingesetzt. Bei Therapieresistenz kann bei bis zu 42 % der Patienten auch die chirurgische Therapie notwendig werden, die sowohl offen als auch arthroskopisch durchgeführt wird. Die chirurgischen Prinzipien beinhalten die Exzision des Paratenons und des Degenerationsherds, Resektion des unteren Patellapols sowie longitudinale Inzisionen der Sehne. Die überwiegende Anzahl der Patienten ist nach chirurgischer Therapie schmerzfrei, aber eine Rückkehr zum Sport ist meist nur auf niedrigerem Niveau möglich.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Sportverletzung Sportschaden
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Stuttgart 2005
Online-Zugang:https://doi.org/10.1055/s-2005-858141
Jahrgang:19
Heft:2
Seiten:63-71
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch