Tactical analysis of the attack serve in high-level volleyball

(Taktische Analyse der Angriffsaufgabe im Hochleistungsvolleyball)

Der vorliegende Beitrag gehört zu einer Artikelserie, die sich mit den individuellen Fähigkeiten im Volleyball beschäftigt, und analysiert die Angriffsaufgabe bei Spitzenmannschaften, die an den Europapokalspielen 1992 in Athen teilgenommen haben. Ziel der Untersuchung: Begründung der qualitativen Unterschiedlichkeit von verschiedenen Formen der Angriffsaufgabe und Beweis, daß das Profil einer Volleyballmannschaft vorrangig auf der Aufteilung ihrer Angriffsaufgaben aufgebaut ist. Methoden: Analysemethoden und Probandengut wurden in vorangegangenen Artikeln beschrieben. Die Angriffsaufgaben werden in vier Kategorien aufgeteilt: Die ersten drei Kategorien unterscheiden sich in der Höhe der Angriffsaufgabe vom Netz und folglich in der Dauer der Angriffsaufgabe, gemessen als Zeitdifferenz zwischen Angriffsaufgabe und Angriffsschlag (resultierend in Angriffschläge 1., 2., 3. Tempo, Bezeichnung der Angriffsaufgaben dementsprechend). Die vierte Kategorie ist die Hinterfeldangriffsaufgabe (auf Position 1, 6 oder 5). Jede Kategorie wurde weiterhin in zwei Untergruppen aufgeteilt: Ausführung mit Sprung (schneller Pass) oder ohne Sprung (langsamer Pass). Ergebnisse: - Bei allen vier Formen der Angriffsaufgabe war die mittlere Passdauer bei Ausführung mit Sprung signifikant kürzer als bei Ausführung ohne Sprung (Tab. 1). - Bei der Sprungaufgabe erreichten die Angriffsaufgaben 3. Tempos den Angriffsspieler signifikant später als bei der Hinterfeldangriffsaufgabe (Tab. 2). Hinterfeldangriffsaufgaben mit Sprung waren so schnell wie Angriffsaufgaben 2. Tempos ohne Sprung (Tab. 3). - Der Anteil der Angriffsaufgaben 1. Tempos ohne Sprung war viel geringer als der Anteil mit Sprung (Tab. 4). Grund hierfür ist, daß die Ausführung ohne Sprung 2 Zehntel Sekunden mehr Zeit erfordert und damit dem Gegner ausführlich Zeit läßt, seine Abwehr zu formieren. - Der relative Anteil von Angriffsaufgaben 3. Tempos ohne Sprung ist im Vergleich mit der Ausführung mit Sprung und zu anderen Angriffsaufgaben ohne Sprung sehr hoch. - Der relative Anteil der Hinterfeldangriffsaufgaben mit und ohne Sprung ist gleich. - Wie in einem vorangegangenem Artikel festgestellt wurde, zeigen verschiedene Mannschaften nach der gegnerischen Aufgabe verschiedene Gegenangriffe entsprechend ihrer Spezialisierung in Hinblick auf Taktik und Möglichkeiten der Mannschaft. Diese Spezialisierung bleibt auch in Hinblick auf die Angriffsaufgaben nach gegnerischer Angriffsausführung erhalten (Abb. 2). - Entsprechend der Aufteilung und Anteiligkeit der Angriffsaufgaben mit und ohne Sprung kann man die analysierten Mannschaften in "schnelle" Mannschaften (Messagero, Cannes) und "langsame" Mannschaften (Olymbiakos, ZSKA) einteilen (Tab. 5).
© Copyright 1995 Journal of Human Movement Studies. Teviot-Kimpton. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Spielsportarten
Veröffentlicht in:Journal of Human Movement Studies
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1995
Ausgabe:Edinburgh 29(1995)5, S. 219-228, 3 Abb., 5 Tab., 10 Lit.
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel