Troponinfreisetzung in Ruhe und nach Laufbelastungen bei Läufern im Hochleistungsbereich - eine Interventionsstudie
Einführung: Troponin I (TropI) und Troponin T (TropT) sind im klinischen Kontext etablierte Laborparameter zur Detektion myokardialer Schädigungen. Auch intensive und/oder langandauernde körperliche Belastungen können zu einem temporären Anstieg dieser kardialen Enzyme fuhren. Dies wird bei kardial gesunden Personen als physiologisch betrachtet. In eigenen Stichprobenuntersuchungen konnte bei 14% der Ausdauerathleten im Hochleistungsbereich ein erhöhtes TropI nachgewiesen werden. Eine Differenzierung zwischen belastungsinduziertem TropI und -T-Anstieg wurde bisher nicht vorgenommen. In dieser Untersuchung wurden die TropI und T-Freisetzungen in Ruhe sowie in Abhängigkeit von unterschiedlichen Belastungsprotokollen standardisiert untersucht.
Methoden: 26 (kardial) gesunde LäuferInnen (w=9, m=17) aus dem Hochleistungsbereich nahmen an einer Trainingsinterventionsstudie unter Laborbedingungen auf dem Laufergometer mit einem vorangestellten Ausdauerstufentest und Ausbelastungstest sowie einer nachfolgenden submaximalen Intervalllaufbelastung teil. Bei allen ProbandInnen wurden vor, 3h sowie 24h nach dem Ausbelastungstest TropI und -T bestimmt. Im Falle eines TropI-Wertes oberhalb des Normbereichs in diesen Messungen wurde das Abnahmeschema im Rahmen der Intervalllaufbelastung wiederholt. Den Troponin-positiven ProbandInnen wurden geschlechts- und altersbezogen, mittels matched pairs design, KontrollprobandInnen gegenübergestellt.
Ergebnisse: Vor Belastung konnten keine TropI-Auffälligkeiten festgestellt werden. 7 von 26 AthletInnen (w=2, m=5) zeigten eine TropI-Erhöhung 3h nach Ausbelastungstestung O TropI-Erhöhung: 115,6ng/l }80,1(Norm.45; 6x kombinierte TropI und -T-Erhöhung, 1x isolierte TropI-Erhöhung). 5 AthletInnen zeigten 3h nach der Intervalllaufbelastung TropI-Anstiege oberhalb des Normbereichs (O TropI-Erhöhung: 84,4ng/l }41,6 (Norm.45; 4x kombinierte TropI und -T-Erhöhung, 1x isolierte TropI-Erhöhung). In der Kontrollgruppe
(n=7, w=2, m=5) kam es zu keinem belastungsinduzierten TropI-Anstieg, jedoch in 3 Fällen zu einem geringen isolierten TropT-Anstieg. Ein Athlet wies durchgängig erhöhte TropT-Werte bei unauffälligem TropI auf.
Fazit: TropI und -T-Werterhöhungen sind im Hochleistungs-Ausdauerlaufsport relevante Laborauffälligkeiten, deren pathophysiologische Grundlagen noch nicht hinreichend geklärt sind. Ausbelastungen führen zu einer höheren TropI-Ausschüttung als submaximale Belastungen. Eine TropI-Ausschüttung kann mit erhöhten TropT-Werten einhergehen. Isolierte TropT-Werterhöhungen sind möglich.
© Copyright 2023 Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. WWF-Verlagsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Veröffentlicht in: | Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2023
|
| Online-Zugang: | https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archive/archive-2023/issue-4/scientific-abstracts/ |
| Jahrgang: | 74 |
| Heft: | 4 |
| Seiten: | 102 Nr. 31 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |