Analyse der Ergebnisse der Olympischen Spiele Tokio 2020 sowie ausgewählter Entwicklungstendenzen im Olympiazyklus 2016-2020/21 im Beckenschwimmen
Die Entwicklung der Wettkampfleistung im Schwimmen (Becken) hat sich im Olympiazyklus (OZ) 2016-2020/21 nicht so stark entwickelt, wie nach den Spielen 2016 zu erwarten war. Bei den Olympischen Spielen (OS) 2020 selbst wurden vergleichsweise wenig neue Weltrekorde aufgestellt und in der Hälfte der Frauen- und Männereinzeldisziplinen blieben die Leistungen hinter denen der OS 2016 zurück. Die scheinbar rückläufige Entwicklung der Wettkampfleistungen bei den OS 2020 ist unter anderem auf die gesundheitspolitische Lage im Qualifikationszeitraum und die ungewöhnlichen Wettkampfzeiten während der OS zurückzuführen. Die Leistungsentwicklung der Frauen fiel jedoch deutlich positiver aus als die der Männer. Ein Blick auf die an den Finals der OS 2020 beteiligten Nationen zeigt, dass die Leistungsdichte gegenüber 2016 deutlich gestiegen ist. Die stärksten Nationen, allen voran die USA, Australien (AUS) und Großbritannien (GBR), konnten ihre Positionen in der Weltrangliste im Vergleich zu 2016 halten und ihre Finalteilnahmen häufiger als andere Nationen mit einer Medaille krönen. Deutschland war erstmals seit 2008 wieder im Medaillenspiegel vertreten. Dennoch hat ein Großteil der deutschen Schwimmer* innen bei den OS 2020 ihre/seine persönlichen Best- bzw. Qualifikationsleistungen nicht bestätigen oder steigern können. Aufgrund dessen und der geringen Präsenz der Deutschen in den Finals kann angenommen werden, dass vielen Nationen die Leistungsentwicklung besser gelungen ist als Deutschland. Zu den erfolgreichsten Teilnehmer*innen der OS 2020 zählen die Australierin E. McKeon, die ihre Erfolge durch eine hohe Zyklusfrequenz am Ende des Rennens erzielte, und der US-Amerikaner C. Dressel, der über ein hohes Niveau im Bereich der Schnellkraftfähigkeiten verfügt, welches ihm einen deutlichen Leistungsvorsprung im Bereich der Starts und Wenden verschafft.
The development of competitive performance in swimming (pool) has not been as strong in the 2016-2020/21 Olympic cycle (OC) as might have been expected after the 2016 Olympic Games (OG). At the 2020 OG itself, comparatively few new world records were set, and in half of the individual women's and men's disciplines, performances lagged behind those of the 2016 OG. The apparent downward trend in competition performance at the 2020 OG is due, in part, to the health-policy situation during the qualification period and the unusual competition times during the OG. However, the performance development of the women was much more positive than that of the men. A look at the nations participating in the finals of the 2020 OG shows that the performance density has increased significantly compared to 2016. The strongest nations, first and foremost the USA, Australia and Great Britain, were able to maintain their positions in world ranking compared to 2016 and more often than other nations they crowned their participation in the finals with a medal. Germany was represented in the medal table for the first time since 2008. Nevertheless, the majority of German swimmers were not able to confirm or improve their personal best or qualifying performances at the 2020 OG. Due to this and the low presence of Germans in the finals, it can be assumed that many nations have succeeded in developing their performance better than Germany. Among the most successful participants in the 2020 OG are the Australian E. McKeon, who achieved her success through a high cycle frequency at the end of the race, and the US American C. Dressel, who has a high level of speed strength skills, which gives him a clear performance advantage in the area of starts and turns.
© Copyright 2022 Olympiaanalyse Tokio 2020: Olympiazyklusanalysen und Auswertungen der Olympischen Spiele und Paralympics Tokio 2020 in ausgewählten Sportarten. Veröffentlicht von Meyer & Meyer. Alle Rechte vorbehalten.
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | Olympiaanalyse Tokio 2020: Olympiazyklusanalysen und Auswertungen der Olympischen Spiele und Paralympics Tokio 2020 in ausgewählten Sportarten |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Aachen
Meyer & Meyer
2022
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| Schriftenreihe: | Schriftenreihe für Angewandte Trainingswissenschaft, 17 |
| Online-Zugang: | https://open-archive.sport-iat.de/sponet/SR_2022_17_04_OZA_2020_Schwimmen.pdf |
| Seiten: | 78-93 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |