Zur Abnahme der Laufgeschwindigkeit im Alterssport
Zur Physiologie der Alterung gibt es zahlreiche Theorien, dennoch sind die Ursachen der Alterung noch nicht vollständig geklärt. Die Alterung der Menschen ist im Erbgut festgelegt und damit auch die maximale Lebenserwartung (115 Jahre).
Der Alterungsprozesse werden von Gerontogenen gesteuert, deren Aktivierung oder Schädigung durch äußere oder innere Noxen noch Klärungsbedarf hat. Die Zahl der Zellteilungen ist wahrscheinlich individuell genetisch festgelegt und kann durch mehrere Schadstoffe (z. B. freie Sauerstoffradikale) behindert werden. Der Alterssport gehört zu den positiven Aktivitäten, welche den physischen Leistungsabbau verzögern hilft.
In der 4. Lebensdekade beginnt ein sportlicher Leistungsabfall, der zu einer allmählichen Geschwindigkeitsabnahme im Lauf führt. Der Geschwindigkeitsabfall erfolgt bei Männern und Frauen individuell unterschiedlich schnell, wie aus den ausgewerteten Kasuistiken zu entnehmen ist. Bei höherem Leistungsausgangsniveau scheint das Tempo des Geschwindigkeitsabfalls größer zu sein.
Aus internationalen Publikationen ist bekannt, dass ab dem 40. Lebensjahr das Protein Myostatin ansteigt und damit ein Muskelschwund (Sakopenie) von 1 %/Jahr eingeleitet wird. In Endeffekt sind im 80. Lebensjahr nur 50 % der Muskelkraft verfügbar. Bekannt ist auch, dass trotz Training die maximale Sauerstoffaufnahme und die ma-ximale Herzfrequenz abnehmen, allerdings erfolgt dies bei durchgehend Trainieren-den langsamer als bei sportlich Untätigen. Am Muskelschwund sind besonders die schnell kontrahierenden Muskelfasern (FTF) beteiligt. In der Muskulatur Älterer nimmt die Dichte der Kapillaren (Durchblutung) ab, hingegen die Fetteinlagerung zu.
Die Analyse von über 20 Trainingsprotokollen über mehrere Lebensdekaden ergab, dass trotz Steigerung der Trainingsbelastung ab der 5. Lebensdekade, der Geschwindigkeitsabfall nicht aufzuhalten war. Ab dem Zeitpunkt der persönlichen Bestzeit, die bei Späteinsteigern im Lauf zwischen dem 40. bis 50. Lebensjahr lag, nahm die Laufgeschwindigkeit der untersuchten 20 Läufer bis zum 60. Lebensjahr durchschnittlich 1-2 %/Jahr und dann vom 60. bis 80. Lebensjahr durchschnittlich 2-3 %/Jahr ab.
Aus Untersuchungen anderer Autoren ist zu entnehmen, dass komplexe hormonelle Umstellungen einen großen Einfluss auf die motorische Verlangsamung der Läufer mit zunehmendem Alter haben. Abnahmen von IGF 1 und Testosteron vermindern die Proteinsyntheserate sowie die oxidative Kapazität in der Muskulatur und damit auch das Adaptationspotenzial bei Belastung. Die Regenerationszeit nach Trainings- und Wettkampfbelastungen nimmt im Alter deutlich ab und vermindert damit auch die Gesamtbelastbarkeit. Nach dem 50. Lebensjahr betrug die Trainings- und Wettkampfbelastung der untersuchten Läufer zwischen 1.000 bis 2.000 km/Jahr.
© Copyright 2018 31. & 32. Internationales Triathlon-Symposium. Veröffentlicht von Feldhaus, Ed. Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.
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| Notationen: | Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Tagging: | Masterssport |
| Veröffentlicht in: | 31. & 32. Internationales Triathlon-Symposium |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Feldhaus, Ed. Czwalina
2018
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| Schriftenreihe: | Triathlon und Sportwissenschaft, 27 |
| Online-Zugang: | https://www.feldhaus-verlag.de/sportwissenschaft/schriftreihen/triathlon-und-sportwissenschaft/218/31.-32.-internationales-triathlon-symposium |
| Seiten: | 30-46 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |