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Bester Abstand beim Windschattenschwimmen

Windschattenschwimmen wird während des Trainings und in Wettkämpfen in offenen Gewässern (Schwimmen wie Triathlon) angewendet. Man kann direkt hinter einem anderen Schwimmer oder an seiner Seite leicht nach hinten versetzt schwimmen. Es stellen sich folgende Fragen: Welches ist die beste Position? Um wieviel kann man seine Leistung verbessern? Hintereinanderschwimmen: In den von Chatard und Wilson durchgeführten Versuchen wurde der Einfluss der Abstände 0, 50 und 150 cm auf den Widerstand und den Energieaufwand untersucht. Beim Hintereinanderschwimmen nützt man den Sog des vorausschwimmenden Schwimmers aus. Obwohl schon bei 150 cm eine deutliche Abnahme des Widerstandes und des Energieaufwandes für den nachfolgenden Schwimmer gemessen wurde, lag die höchste Reduktion im Bereich 0 bis 50 cm. Der Widerstand wurde in diesem Abstandsbereich um rund 20% reduziert, was sich in einem entsprechend geringeren Energieaufwand äusserte. Der Energieaufwand wurde gemessen mittels Sauerstoffaufnahme, Herzfrequenz und Blutlaktatkonzentration. Die Abnahme des Energieaufwandes hatte eine Zunahme der Zuglänge und eine Abnahme der Zugfrequenz zur Folge. Das bedeutet, dass der nachfolgende Schwimmer weniger schnell müde wird, wenn beide normalerweise gleich schnell schwimmen können. Falls der/die nachfolgende SchwimmerIn normalerweise langsamer ist als der Führende, könnte er oder sie beim Hintereinanderschwimmen etwa 10% schneller schwimmen als alleine. In der Praxis kann man allerdings nur ca. 1-5% einsparen, im Becken weniger als im offenen Gewässer. Das Hintereinanderschwimmen ermöglicht in einem 1500-m-Rennen in offenen Gewässern demzufolge einen Gewinn von bis zu 75 Metern. Der beste Abstand beim Hintereinanderschwimmen beträgt 0 bis 50 cm. Nebeneinanderschwimmen: "Windschattenschwimmen" ist auch nebeneinander möglich, allerdings ist der Effekt kleiner. Beim seitlichen Schwimmen nützt man die vom führenden Schwimmer erzeugten Bugwellen aus. Der Nutzen hängt von 2 Faktoren ab: dem seitlichen Abstand und dem Rückstand in Längsrichtung. Chatard und Wilson haben einen seitlichen Abstand der Mittelachsen von 1 Meter untersucht. Dies entspricht etwa 40 cm Abstand zwischen den Schwimmern. Der Rückstand in Längsrichtung wurde zwischen 0 und 200 cm variiert (0, 50, 100, 150 und 200 cm). Die besten Werte fürs Windschattenschwimmen wurden bei einem Rückstand zwischen 50 und 100 cm gefunden. D.h. der Kopf des nachfolgenden Schwimmers befindet sich zwischen Schultern und Hüften des führenden Schwimmers. Die Widerstandsreduktion beim seitlichen Windschattenschwimmen betrug aber nur 6-7 %. Chatard und Wilson folgern, dass man mit seitlichem Windschattenschwimmen im offenen Gewässer in einem 1500-m-Rennen zwischen 15 und 45 Meter herausholen kann. Beim Nebeneinanderschwimmen in den Wellen des führenden Schwimmers (Ursprung Kopf und Hüfte) ist der Leistungsgewinn immer noch deutlich, aber kleiner als beim Hintereinanderschwimmen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten
Tagging:Drafting
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Zürich Limmat Sharks Zürich 2005
Online-Zugang:http://www.svl.ch/Windschattenschwimmen
Dokumentenarten:elektronische Publikation
Level:hoch