Kinematische und biomechanische Bewegungsanalyse zur Erfassung und Optimierung sportartspezifischer Techniken beim Fechten dargestellt an Beispielen zur Analyse des rückseitigen Coupe´s (Wurfstoß)
Das Coupé ist erfolgreich, weil bis heute praktisch keine direkte Abwehrtechnik existiert. In der vorliegenden Literatur gibt es keine Aufsätze zu diesem Thema. Daher ist das Ziel der vorliegenden Arbeit, eine objektive Analyse des bewaffneten Arms sowie der gebrauchten Energie bei der Ausführung des rückseitigen Coupés durchzuführen. Darüber hinaus werden die kinematischen sowie dynamischen Parameter dieser Technik bestimmt, die das Coupé erfolgreich machen.
Von der mechanischen Ansicht werden Geschwindigkeit, Position, Waffenflugbahnablauf, Waffengeschwindigkeit und Muskelenergie beim Coupé bestimmt, damit die Trainier während des Trainingsplanes oder im Laufe der Trainingssaison die Fehler korrigieren und dadurch die Leistung optimieren können. Aus diesem Grund müssen die Trainer erkennen, wie diese mechanischen Parameter beim Fechten aussehen und wie sie dem Trainingsprozess dienen.
Die vorliegende Untersuchung erläutert die mechanischen Parameter (kinematische und dynamische), damit die Trainer sowohl entsprechende Trainingspläne als auch Trainingslektionen für Fechter und Nachwuchs erstellen können.
Die wichtigsten Ergebnisse lauten:
- Das Coupé dauert zwischen 0.42 ms und 0.90 ms
- Das Coupé hat zwei Phasen und die erste Dauerzeit ist länger als die zweite Phase.
- Die Gelenke der bewaffneten Arme übernehmen die Ausführung des Coupés.
- Die Schulter und Ellenbogen bewegten sich mehr gestreckt als Handgelenk und Hand auf der X-Achse.
- Die Handgelenk und Hand wurden mehr gestreckt als Schulter und Ellenbogen auf der Y-Achse bewegt.
- Die Ähnlichkeit der Ablaufposition der bewaffneten Arme bei den Probanden 1, 2, 5 sowie 3 und 4 hatten auch eine ähnliche Ablaufposition auf der Y-Achse.
- Auf der X-Achse ergab sich eine unterschiedliche individuelle Ablaufposition der bewaffneten Arme.
- Alle Probanden außer dem Fünften hatten ähnlichen Geschwindigkeitskurven auf der X-Achse, wobei die Probanden 1, 2, 3, 4 und 6 die Schultergelenke schneller als Ellenbogen, Handgelenk und Hand bewegten. Das Schultergelenk war der schnellste Teil bei allen Probanden außer dem Fünften.
- Alle Probanden hatten ähnliche Geschwindigkeitskurvenformen auf der Y-Achse.
- Das Handgelenk und die Hand waren die schnellsten Gelenke im Lauf der Ausführung des Coupés, dann kam der Ellenbogen und am Schluss war das Schultergelenk auf der gleichen Achse.
- Das Handgelenk und die Hand verlaufen während der Ausführung zusammen in gleicher Richtung.
- Die Waffe wurde nicht in der ersten Phase im Vergleich mit der zweiten Phase auf der X-Achse bewegt, sie bewegte sich in der zweiten Phase mehr als in der ersten Phase.
- Alle Probanden hatten unterschiedliche Waffenverlaufsformen auf der X-Achse und für jeden Probanden ergaben sich ähnliche Verlaufskurvenformen auf derselben Achse.
- Auf der Y-Achse bewegte sich die Waffe in der ersten Phase im Vergleich mit der ersten Phase auf der X-Achse.
- Die Waffe wurde auf der Y-Achse mehr als auf der X-Achse bewegt.
- Die Ähnlichkeit der Waffengeschwindigkeitsverläufe auf der X-Achse galt für alle Probanden, jeder hatte jedoch individuelle Verlaufsformen.
- Die Geschwindigkeit der Waffe wurde in der ersten Phase vom Anfang bis zum Ende verringert und nahm während der zweiten Phase bis zum Treffen zu.
- Die Waffengeschwindigkeit bei den Probanden 1, 2 und 5 war auf der Y-Achse ähnlich, die Probanden 3, 4, 6 hatten auch ähnliche Waffengeschwindigkeitskurven auf derselben Achse.
- Alle Probanden verfügten bei durchaus unterschiedlichen individuellen Verlaufsformen über eine Reproduzierbarkeit der Waffengeschwindigkeit.
- Die Geschwindigkeit der Waffe wurde auf der X-Y-Achse nicht nur verringert, sondern auch vergrößert, sie nahm im Gegenteil in der ersten Phase auf der X-Achse zu, und sank am Ende diese Phase. In der zweiten Phase erhöhte sie sich am Anfang und verringerte sich am Ende.
- Die Geschwindigkeit der Waffe ergab sich auf der Y-Achse mehr als auf der X-Achse.
- Die Geschwindigkeit betrug auf der X-Achse zwischen 1.50 m/s und 9.43 m/s und auf der Y-Achse zwischen 4.53 m/s und 16.96 m/s.
- Die Muskelenergie war bei der Ausführung mit dem Ausfall niedriger als mit dem Sprung nach vorne. Sie betrug mit dem Ausfall bei 19 Versuchen unter 300 J und bei sieben Versuchen über 300 J. Mit dem Sprung nach vorne betrug sie bei 10 Versuchen unter 300 J und bei 18 Versuchen über 300 und 400 J.
- Beim Gesamtmittelwert der Muskelenergie brauchten die ersten drei Probanden beim Coupé weniger Muskelenergie als die letzten drei Probanden.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Kampfsportarten |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Konstanz
Universität Konstanz, Fachbereich Geschichte und Soziologie
2004
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| Online-Zugang: | http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bsz:352-opus-14056 |
| Seiten: | 132 |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | mittel |