Motorische und perzeptive Vorerfahrungen und ihr Einfluss auf den Lernprozess des Brustbeinschlages bei verbaler und visueller Instruktion

Vorerfahrungen können einen Lernprozess erleichtern oder stören, und nicht immer sind diese Zusammenhänge für den Lehrenden klar erkennbar. Die vorliegende Studie versucht, Tendenzen für mögliche Zusammenhänge zwischen Vorerfahrungen im freien Spiel im Wasser, mit Schwimmunterricht und rhythmusbetonten Fertigkeiten und dem Erlernen des Brustbeinschlages aufzuzeigen. In einem Lernversuch, bestehend aus zweitägiger Lernphase mit insgesamt 40 Durchgängen von je 10 Beinschlägen sowie einem Behaltens- und einem Transfertest wurden 39 Probanden visuelle und auditive Instruktionen dargeboten, die die Bewegung mit typischer oder alternativer Metrik darstellten. Diejenigen Probanden, die Erfahrungen nur im Spiel im Wasser berichteten, schnitten sowohl im Stroke Index als auch im Rhythmusindex besser ab, im Raumindex waren keine Unterschiede festzustellen. Negative Korrelationen zwischen Instruktionsanforderung und Stroke Index legen die Annahme nahe, dass besonders in dieser Gruppe sich ein effektiverer Beinschlag herausbildet, weil die Probanden auf vielgestaltige Erfahrungen in der Interaktion zwischen Körper und Wasser zurückgreifen können. Dies legt ein Überdenken der traditionell auf die räumlichen Merkmale fokussierten Lehrmethoden nahe, zugunsten einer größeren Betonung der rhythmischen Merkmale des Brustbeinschlages.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Leipzig DSTV 2017
Online-Zugang:http://dstv-schwimmtrainer.de/service/literatur/
Seiten:107-118
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch