3043732

Biomechanik Grundlagenforschung und Anwendung: Symposium der dvs-Sektion Biomechanik vom 3.-4. April 2009 in Tübingen

Der vorliegende Tagungsband des 8. Symposiums der dvs-Sektion Biomechanik ist in mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Natürlich, weil in ihm nicht weniger als 29 Beiträge zu den Themenbereichen 1. Biomechanik des Bewegungsapparates (8 Beiträge), 2. Biomechanische Modelle und Simulation ((6 Beiträge), 3. Krafttraining und Kraftdiagnostik (3 Beiträge), 4. Biomechanik der Sportarten (7 Beiträge), 5. Muskel-Architektur, -Aktivierung und -Modellierung (4 Beiträge) sowie sieben Poster zu verschiedenen Themen dokumentiert werden. Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt dieser Fachveranstaltung in Tübingen ist die Tatsache, dass sich neben den langjährig in der Sportbiomechanik tätigen Wissenschaftlern auch Repräsentanten der nachfolgenden jüngeren Generation an Wissenschaftlern dieses Symposium als Plattform gewählt haben, um neue, innovative und vielfach durch ihre Interdisziplinarität geprägte Forschungsansätze und Untersuchungsansätze zu präsentieren und in der Fachcommunity zu diskutieren. Dies ist gleichzeitig eine Ausdruck für einen dritten bemerkenswerten Aspekt: Das unvermindert lebhafte Interesse an biomechanischen Themen in verschiedenen Bereichen des Sports, in verschiedensten Sportarten und in der Sportwissenschaft. Dies ist insofern besonders bemerkenswert, da das 7. Symposium bereits mehrere Jahre zurücklag, der Versuch, 2007 ein Biomechaniksymposium durchzuführen wegen nur geringen Interesses aus der Sportbiomechanik fehlschlug und nun aber wieder ein kräftiges Lebenszeichen dieser Wissenschaftsdisziplin ausgesandt wurde. Die Vielfalt der präsentierten Themen reicht von der klassischen Biomechanik mit Untersuchungsfeldern in Sportarten (hier gibt es Beiträge zum Beispiel zum Handballsprungwurf, zum Weitsprung, zum Wasserspringen, zum Hochleistungsschwimmen und zum Skilanglauf) über die Muskelleistungsdiagnostik mit Kraftmessplätzen bis zu Muskel-Skelett-Modellen bis hin zu Simulationsverfahren (beispielsweise werden Hidden Markov Modelle, evolutionäre Algorithmen, die QLV-Theorie oder Mkd Tools und Hill-Muskelmodelle und ihre Nutzung für biomechanische Forschungen vorgestellt). Erwähnenswert sind auch die untersuchten Aktivitätsfelder des Sports, die für biomechanische Studien von Interesse waren: Da gibt es natürlich das (leistungs)sportliche Training und den dazu gehörigen Wettkampf und den Versuch, die Ergebnisse des Ersteren zu optimieren und die sportlichen Leistungen im Zweiten zu verbessern. Es gibt aber auch wissenschaftliche Grundlagenuntersuchungen zu sportlichen Bewegungsgrundform des Gehens und Laufens oder das Feld des Freizeit- und Fitnessports (zum Beispiel des Bergwanderns). Selbstverständlich sind auch verschiedene Beiträge vertreten, die sich durch eine sehr enge Verknüpfung eines biowissenschaftlichen und eines sportwissenschaftlichen Anteils auszeichnen (wie zum Beispiel bei biomechanischen Modellen zu kinematischen Messgrößen am Sprunggelenk und bei der biomechanischen Analyse der Anatomie dieses Gelenks mit Blick auf potenzielle Überlastungsfolgen bei Läufern sowie bei der biomechanischen Untersuchung eines weit verbreiteten Schmerzzustands des menschlichen Rückens - mit und ohne sportliche Aktivität).
© Copyright 2010 Veröffentlicht von Feldhaus, Ed. Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin technische Sportarten Kraft-Schnellkraft-Sportarten Kampfsportarten Spielsportarten Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Feldhaus, Ed. Czwalina 2010
Ausgabe:Hamburg: Feldhaus, Ed. Czwalina, 2010. - 275 S.
Schriftenreihe:Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 197
Seiten:275
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel