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What it takes to be a world-class medley swimmer

(Was man braucht, um ein Weltklasse-Lagenschwimmer zu sein)

Verf. - langjähriger Trainer von Top-Lagenschwimmer Michael Phelps - erläutert, was ein erfolgreicher Lagenschwimmer heute mitbringen muss. Ein Lagenschwimmer der Weltklasse muss heute - technich perfekt in allen vier Lagen sein, - über eine hervorragende Ausdauerleistungsfähigkeit verfügen, - hervorragende Kraft- und Schnelligkeitswerte aufweisen und - strategisch denken können. Ein Weltklasse-Lagenschwimmer muss ein US-Finale in allen vier Lagen (200 m) erreichen. Früher war ein Top-Lagenschwimmer meist ein früherer Brust- oder Langstreckenschwimmer und ein "Trainingstier". Heute reicht das nicht mehr, heute ist Weltklasse in allen 4 Lagen notwendig - und der Sportler muss dennoch ein "Trainingstier" sein! M. Phelps absolviert beispielsweise Sets von 10x800. Ein wichtiger Leistungsfaktor ist heute auch über 400 m Lagen eine hohe Schnelligkeit. M. Phelps z.B. kann ein Rennen in 55 s angehen. Lagenschwimmen erfordert im Vergleich mit allen anderen Lagen das größte strategische Denken. Außerdem sind insbesondere die Wenden und die Unterwasserbewegungen entscheidende Größen. Im Techniktraining ist es notwendig, an den Schwachstellen nacheinander (nicht gleichzeitig) zu arbeiten. In jeder Woche gibt es einen Tag, an dem speziell eine Schwimmart trainiert wird. In einer Trainingswoche gibt es z.B. einen "Rückentag", einen "Brusttag" einen "langen Freistiltag", einen Tag der Hauptschwimmart, einen "Lagentag" und einen anderen Techniktag. Verf. ist ein Verfechter des Setzens von Prioritäten im Training. Ein Weltklasse-Lagenschwimmer sollte alle Arten der Ausdauer beherrschen (kardiovaskuläre A., periphäre/muskuläre A., allgemeine und spezifische A.). Die Schnelligkeit wird im Training des Verf. beispielsweise dadurch trainiert, dass noch am Ende einer Trainingseinheit (unter Ermüdung) mit einer Geschwindigkeit, die über dem Renntempo liegt und dabei perfekter Technik geschwommen werden kann. Dies wird z.B. in kurzen Sprints mit langen Pausen realisiert. Auch im Kraft- und Schnelligkeitstraining sollte an der Verfeinerung der Technik gearbeitet werden. So sollte regelmäßig auch bewusst mit Renntempo trainiert werden, um die Zugfrequenzen und Zuglängen des Wettkampfes auszuprägen. Die Stärken sollten zuerst ausgeprägt werden, bevor an den Schwächen gearbeitet wird. Außerdem sollten Grundlagen- und persönliches Spitzenniveau der Leistung parallel entwickelt werden. In einem Lagenrennen hat auch die "Bewegungsmodulation" eine große Bedeutung. Das bedeutet, dass nicht jede Lage auf gleiche Art und Weise geschwommen wird, sondern dies unterschiedlich je nach Rennverlauf und je nach Stärken und Schwächen des Sportlers umgesetzt wird. Entscheidende Punkte in einem Lagenrennen sind auch die, in denen extreme Geschwindigkeitsveränderungen erfolgen (z.B. Wende von Brust- zu Freistilschwimmen). 400-m-Lagenschwimmer kommen häufig von den langen Strecken , 200-m-Lagenschwimmer sind dagegen häufig gute 200-m-Freistilschwimmer. Schwimmer, die auf beiden Lagendistanzen Spitze sind, kamen meist zuerst von den 400 m und haben sich später auch an den 200 m versucht. Umgekehrte Fälle gibt es selten. Verf. erläutert, wie ein 400- und wie ein 200-m-Rennen geschwommen werden sollte. 400 m: S: relaxtes Schwimmen der ersten 50 m, die zweiten 50 m sind mit rennentscheidend, hier können die Kontrahenten distanziert werden R: verstärkte Arm- und abgeschwächte Beinarbeit B: darauf achten, die Geschwindigkeit aus dem Unterwasserzug mitzunehmen F: Die Wende B-F ist von großer Bedeutung, es ist günstig, bereits gewendet zu haben und sich in der schnellen Freistillage zu befinden, wenn die Kontrahenten sich noch auf der langsamen Bruststrecke befinden. Auf den letzten 50 m verstärkte Beinarbeit! Wenn der 15-m-Unterwasser-Delphinbeinschlag auch an der letzten Wende über 400 Lg eingesetzt werden soll, muss dies lange trainiert werden! 200 m: S: Maximierung des Starts Ganzkörperdelphinbewegung nach dem Start einsetzen, um Geschwindigkeit aufzubauen R: mehr Bein- und Unterwasserbewegung als über 400 m, die Geschwindigkeit des 15-m-Delphinbeinschlag ausnutzen, B: stärker kraft- und tempoorientiert als über 400 m F: starken Übergang von Brust zu Freistil sowie gute Beinarbeit umsetzen Abschließend werden die Schlüsselelemente des Trainingsprogramms des Baltimore Aquatic Club dargelegt: - Entwicklung der Einstellung, - Verbesserung der Technik, - Kontinuierliche Vorbereitung und - Konditionierung der Bewegung sowie - Landtraining.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:Swimming Technique
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 2004
Ausgabe:El Segundo 41 (2004) 1, S. 8-12
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel