What the Australians are really doing
(Was machen die Australier wirklich?)
Unter dem Gesichtspunkt des Vorhandenseins vieler hervorragender australischer Langstreckenpezialisten wird der Frage nachgegangen, was die Australier tun, was die Amerikaner, die sich auf den Strecken ab 400m in den letzten 20 Jahren nicht vorwärtsentwickelt haben, nicht tun bzw. was die Amerikaner tun müssen (siehe Feld "Abbildungen"), um auf den langen Strecken den Anschluß an die führenden Australier herstellen zu können.
Eckpunkte aus dem australischen Tainingssystem aus Beobachtungen des Verf. bei Hospitationen im Training von K. Perkins unter Trainer J. Carew:
- Eine typische Trainingseinheit (TE) beginnt mit langem Einschwimmen (1500-2000m vielfältiger niedrigbelastender Sets) - MO, MI und FR setzt sich der Hauptset aus 3000m zusammen, DIE und DO aus 1500-2000m. Die Wochenenden waren frei, wurden zum Surfen oder für Sportspiele genutzt.
- Alle TEs am nachmittag oder Abend waren aerob (niedrige Intensität), der maximale Umfang belief sich auf 7000m (Beispieltrainingsplan siehe Seite 10 oder siehe Feld "Abbildungen").
- Der Wochenumfang betrug 65000 - 70000 m, samstangs und sonntags fand kein Schwimmtraining statt (jedoch leichte Sportspiele oder Surfen).
- Es wird darauf geachtet, daß der Muskelzuwachs nicht zu groß wird, denn dieser ist für Langstreckenschwimmer hinderlich. Daher fand auch kaum Krafttraining statt, dafür ausgiebiges Stretching.
- Auch Beinetraining wird nur in geringem Umfang absolviert (800-1000m/TE ohne Brett, Händer überkreuz nach vorn).
- Armetraining wird nur mit Pull Buoy, nicht mit Paddles absolviert. Beim Armetraining wird das Wettkampftiming imitiert.
- In der Erholungsphase wird großer Wert gelegt auf die vollständige Wiederherstellung der Muskulatur, insbesondere im Bereich von Wirbelsäule und Schultern.
- Einmal pro Woche oder 1x alle zwei Wochen wird ein 1500m-Test geschwommen, jedoch nur bei 80%. Die längste geschwommenen zusammenhängende Strecke betrug 2000m, jedoch mehr "spielerisch".
- An 5 Tagen / Woche trainieren die Australier mit oder über Wettkampftempo (USA: selten)
- Amerikaner absolvieren im Hinblick auf den Gesamtumfang zu viele Sets mit zu kurzen Erholungspausen (daher insgesamt zu schnell)
- Die Australier halten einen 30-min-"TimeTrial"-Test zur Bestimmung der anaeroben Schwelle für Unfug, da sich die Schwelle täglich ändert.
- Amerikaner trainieren zu sehr wissenschaftsorientiert(nach Formeln), sie achten zu wenig auf Schnelligkeit, Effektivität und Technik. Außerdem legen die Amerikaner zu viel Wert auf das Krafttraining für Langstreckler.
- Die Australier betrachten die USA-Technik-Bücher als Scherz, sie seien von den falschen weil praxisfernen Leuten geschrieben.
- Das Credo des australischen Trainers Carew: " Um schnell zu schwimmen muß man wissen, wie man langsam schwimmt."
Die Australier haben auch spezielle technikauffassungen, z.B.
- Beim Durchzug niemals bis zur völligen Streckung ziehen, der Zug endet mit einem Aufwärts-Rückwärts-Zug.
- Der Zug beginnt mit Abwärts-Rückwärts- und leichtem Einwärtszug (oft verbreitet: Abwärts-, Auswärts- Rückwärtszug).
- Ellbogen sollte beim Anziehen oben sein (wichteiger als beim Eintauchen/Wasserfassen), die Fingerspitzen zeigen zeigen während des gesamten Zuges zum Beckenboden.
- Das Rückführen des Armes solte eng erfolgen, die Hand ist leicht nach außen gedreht, Schulter- und Rückenmuskeln sind entspannt.
- Die Australier halten viel von Rotation in Schulter und
Hüften.
- Es sollte weniger Augenmerk auf die Zuglänge als auf die wasserlage gelegt werden.
- Das Training der Australier wird durch ständige Pulskontrollen gesteuert (Perkins: 140-150 oder darunter, auch in Sets von z.B. 30x100). Maximaler Trainingspuls ist 150.
- Einmal in 14 Tagen werden auch Bluttests im Rahmen der Trainigssteuerung durchgeführt.
- Jede TE wird von 20-30 min Stretching begleitet.
- Auftrieb und Auftriebsübungen spielen eine wichtige Rolle für Langstreckler. Am Ende einer TE werden häufig Auftreibsversionen mit Pull Buoy, z.B. Beine nach vorn, absolviert.
- Im Tapering (2-3 Wochen) werden immer noch intensive Sets geschwommen, der Umfang wird reduziert, das Stretching gewinnt noch mehr an Bedeutung.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | Swimming Technique |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
1998
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| Ausgabe: | El Segundo 34(1998)4, S. 9 - 12 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |