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Correction of muscular imbalance for prevention of damages of swimmer's support-locomotory apparatus

(Korrektur von muskulären Dysbalancen zur Prävention von Schäden des Stütz- und Bewegungsapparates bei Schwimmern)

Ziel der Studie: Erkennung von Muskelverkürzungen über die Überprüfung der Funktionsfähigkeit der einzelnen Muskeln (nach Yanda). Probanden und Methode: Untersucht wurden 63 Spitzenschwimmer (26 Frauen und 37 Männer) im Alter zwischen 13 und 16 Jahren (Trainingsalter 4-7 Jahre). Dreimal innerhalb von 2,5 Monaten zu Trainingsjahresbeginn wurden die an den Schwimmgrunsdbewegungen beteiligten und für die Körperhaltung wichtigen Muskeln untersucht. Es wurde unterteilt in de Muskeln der unteren Extremitäten und des coxofemoralen Gelenks (Gruppe1) sowie die Schulterblattfixatoren und thoraxischen Muskeln (Gruppe2). Ergebnisse: Muskeln der Gruppe 1: - Verkürzung des M. bizeps femoris bei 12 Mädchen (M) und 30 Jungen (J), - Verkürzung des M. rectus femoris bei 15 M und 30 J sowie des M. ileopsoas bei 18 M und 26 J, - Es wurde kein verminderter Muskeltonus der M. gluteus minor und M. gluteus medinus festgestellt. - uncharakteristische, auffällige simultane Verkürzung von M. rectus femoris, M. Biceps femoris und M. ileopsoas in 45, 42 bzw. 44 Fällen. Die vollständige Einbeziehung aller lokomotorischen Einheiten bei der Bewegungsausführung setzt das optimale Zusammenwirken von Agonisten und Antagonisten voraus. Beobachtet wurde, daß sich die Effektivität der Beinbewegung und die Geschwindigkeit beim Schwimmen in allen beobachteten Fällen von Muskelverkürzungen nicht unterschieden. Muskuläre Dysbalancen fürhren zu Überlastungen anderer, anstelle der zu nutzenden, aber nicht voll funktionsfähigen Muskeln. Daher rühren beispielsweise häufig Bandscheibenschäden. Muskuläre Dysbalncen im Bereich der unteren Extremitäten sind besonders im Brustschwimmen prekär, das extreme Heranziehen der Beine an den Bauch könnte auf solche Dysbalancen hinweisen. Muskeln der Gruppe 2: Am gefährlichsten ist hier die Verkürzung von Muskeln mit genetisch festgelegten höheren Muskeltonus und die Schwächung von Muskeln mit genetisch niedrigem Muskeltonus. Die Untersuchung der Schultergürtel- und Thoraxmuskulatur ergab u.a.: - verringerter des Tonus des unteren Teils des M. trapezius bei 22 M und 30 J, - typische Präsenz von scapula alata, - Verkürzung von M. levator scapula sowie oberer Bereich des M. trapezius bei 3 M. und 7 J. - Verkürzung des oberen Teils des M. trapezius bei 9 M und 14 J, - Verkürzung des M. pectoralis major bei 2 M und 5 J, des M. pectoralis minor bei 16 M und 18 J, . Folgen dieser Dysbalancen und Verkürzungen einzelner Muskeln für andere Muskeln und die Bewegungsausführung werden angesprochen. Muskuläre Dysbalancen sind z.B. häufig die Ursache von Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich oder von Knieschmerzen. Hochqualifizierte Schwimmer sind in hohem Maße an die Schwimm spezifik angepaßt und spüren keine negativen Konsequenzen (z.B. Schmerzen) im Ergebnis von Veränderungen im Bereich des Halte- und Bewegungsapparats. Die ungünstigen muskulären Veränderungen (Häufigkeit) nehmen mt zunehmendem Alter zu. Es gilt, aufgedeckte Dysbalancen so früh wie möglich zu beseitigen, bevor sie die sportliche Aktivität beeinträchtigen. Sowohl im Wasser als auch an Land sollte ein optimaler Bewegungsstereotyp herausgebildet werden, wodurch es einfacher ist, die verschiedenen Möglichkeiten der Schwimmtechnik anzueignen und die optimale Variante auszuwählen.
© Copyright 1997 Proceedings XII FINA World Congress on sports medicine, April 1997 Göteborg, Sweden. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:Proceedings XII FINA World Congress on sports medicine, April 1997 Göteborg, Sweden
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1997
Ausgabe:Göteborg: FINA / Svensk Simförbundet (Hrsg.), 1997. - S. 531 - 537: 7 Lit.
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch mittel