What drugs do athletes report they use?

(Über die Einnahme welcher Stoffe und Arzneimittel berichten Athleten?)

Doping und Supplementierung gehören von Anbeginn an zum Leistungssport. Das IOC versucht, durch entsprechende Regelementierung dies zu verhindern. Es ist nicht gut bekannt, welche Art von Mitteln und Medikamenten unter den Sportlern zum Zweck der Leistungsoptimierung im Gebrauch sind, daher wurde im Zeitraum 1990-1994 eine genaue Analyse von Doping-Testprotokollen (n=9874 Dopingproben in Schweden) vorgenommen. Von den insgesamt >9000 Tests fielen 193 (2%) positiv aus, die Mehrzahl dieser positiven Fälle betraf die Sportart Gewichtheben. Drei Vietrel der positiven Tests resultierten aus der Einnahme anaboler Steroide oder Testosteron. Die positiv getesteten Athleten hatten in der Regel ein vergleichsweise höheres Lebensalter. Eine Analyse der Medikation durch die Athleten ergab, daß 4,89% der Sportler mindestens ein Medikament einnahm, 20,7% nahmen zwei oder mehr Medikamente ein. Erwa 1% bekannte die Einnahme von mehr als vier Medikamenten. Im Vergleich der Sportarten erwiesen sich die Schwimmer als die Sportler , die am häufigsten Medikamente einnahmen. Es folgen Volleyball, Skilauf, Radsport, Leichtathletik sowie Orientierungslauf. Bis auf Volleyball sind dies alles Individualsportarten. Die Zahlen für die Mannschaftssportarten lagen deutlich niedriger. (Die Ursache für die nach oben hin von den anderen Mannschaftssportarten abfallenden Werte im Volleyball könnte sein, daß dort deutlich mehr Frauen getestet wurde.) In der Regel setzen Frauen mehr Medikamente ein. Dies trifft auch dann noch zu, wenn die Ergebnisse um die Einnahme von Antikontrazeptiva korrigiert wurden. Hierin könnte auch die Erklärung für die hohe Quote im Schwimmen liegen, da hier die Testquote Frauen : Männer 50 : 50 betrug. Erstaunlich waren die niedrigen Zahlen für Sportarten wie Ringen, Boxen, Motocross, wo es eine hohe Verletzungsrate gibt. Empfängnisverhütungspillen wurden von 25% der getesteten Frauen eingenommen, mit großen Unterschieden im Vergleich der Sportarten (Volleyballerinnen 40%, Fußballspielerinnen und Skieläuferinnen 20%, Radsportlerinnen 0 (Null)). Die am häufigsten verwandten Mitel waren Analgetika, gefolgt von entzündungshemmenden Mitteln. Analgetika wurden vor allem in Sportarten mit hoher Verletzungsrate häufig eingesetzt, im Schwimmen betrug deren Einsatz etwas mehr als 20%. Auch hier kann wieder die große Zahl getesteter Frauen als Ursache betrachtete werden: Die Schwimmerinnen setzten Analgetika insbesondere gegen Menstruationsbeschwerden ein. Beim Einsatz der entzündungshemmender Mittel dominierten die VolleyballerInnen. Im Schwimmen fällt eine überduuchschnittliche Zahl von Asthmatikern auf. Dies erklärt sich damit, daß Schwimmen eine der wenigen Sportarten ist, die von Asthmatikern ohne Probleme betrieben werden können. Daher ist auch eine überdurchschnittliche Verwendung von Asthmamitteln bei Schwimmern nicht verwunderlich. Noch höher war die Zahl der Asthmamittel einnehmenden Skiläufer. Dies erklärt sich daraus, daß Skilanglauf meist in trockener, kalter Umgebung stattfindet, was belastungsinduzierte Asthmaanfälle auslösen kann. Beta-2-Agonisten wurden -außer im Skilanglauf - etwa doppelt so viel eingenommen wie Kortikosteroid. Verwunderlich war, daß mehr als 6% der getesteten Personen die Einnahme von Asthmamitteln angab, obwohl der Gesamt- Bevölkerungsdurchschnitt an Asthmatikern bei nur 6% liegt. Etwa 25% der Schwimmer setzten Nasentropfen ein, was sicherlich infolge der Chlorwassereinwirkung zu verstehen ist. In den anderen Sportarten liegt die Zahl bei etwa 7%. Eine Eisensupplementierung gaben 2% an (höchste Zahlen im Radsport, Orientierungslauf udn Skisport). Im Bereich der Nahrunsgssupplemente liegt der Höchstwert mit 50% bei den Radfahrern, die Schwimmer liegen bei 40%. Auch in Schweden ist die Kreatinsupplementierung sehr populär: Über 30% der Schwimmer nehmen sie vor, trotz eines Statements des schwedischen Schwimmverbandes, daß kein Kreatin eingesetzt werden soll. Auch in anderen Sportarten war die Kreatinsupplementierung verbreitet. Als Modetrend wird die Einnahme des Antioxydanziums Q-10 betrachtet, für dessen positive Wirkung jedoch ein wissenschaftlicher Beweis fehlt. Da davon ausgegangen werden sollte, daß Leistungssportler gesünder sind als der Bevölkerungsdurchschnitt, überrascht die Hohe Zahl der Medikamenteneinnahme. Auch die Unterschiede zwischen den Sportarten überraschten. Auch wenn die Mehrzahl der eingenommenen Medikamente als harmlos eingestuft werden kann, ist davon auszugehen, daß eine stete Medikamenteneinnahme zur Sucht führen kann und der Schritt zur Einnahme "wirksamerer" Mittel damit immer kleiner wird. Abbildungen: 1. Prozentualer Gebrauch von Medikamenten in verschiedenen Sportarten 2. Prozentualer Gebruach von Analgetika in verschiedenen Sportarten 3. Prozentualer Gebrauch von entzündungshemmenden Mitteln in verschiedenen Sportarten 4. Prozentualer Gebrauch von Asthmamitteln in verschiedenn Sportarten 5. Prozentualer Gebrauch von Nahrungssupplementen in verschiedenen Sportarten 6. Prozentualer Gebrauch von Kreatin, Ginseng und Q10 bei Sportlern im Zitraum 1990-1994
© Copyright 1997 Proceedings XII FINA World Congress on sports medicine, April 1997 Göteborg, Sweden. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Proceedings XII FINA World Congress on sports medicine, April 1997 Göteborg, Sweden
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1997
Ausgabe:Göteborg: FINA / Svensk Simförbundet (Hrsg.), 1997. - S. 39 - 49: Abb.
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch mittel