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Going against the current: Swimming in South Africa

(Gegen den Strom: Schwimmen in Südafrika)

Nach 26 Jahren Ausschluss aus dem internationalen Sportgeschehen kehrte Südafrika 1992 offiziell zurück. In den 26 Jahren siedelten einige Sportler (ausschließlich Weiße) in die USA um, um ihren Sport weiter betreiben zu können. Eine große Reserve sind derzeit noch unter der farbigen Bevölkerung zu suchen, die bisher weitgehend von Sport ausgeschlossen war, vom Staat nicht gefördert wurde, und in deren Wohngebieten es an modernen Sportanlagen mangelt. Weitere Probleme sind, dass meist Schwimmbahnen nur gemietet werden können (von öffentlichen Verwaltungen oder privaten Gesundheits- oder Tennisklubs), sodass meist sehr viele Kinder auf einer Bahn schwimmen müssen, was ein individuelles, spezifisches Training unmöglich macht. Oberschüler wählen als Pflichtsport meist andere Sportarten (Sportspiele), sodass sie zum Schwimmtraining meist bereits erschöpft kommen. In den Universitäten mangelt es an Kooperation zwischen den Unis und den Sportverwaltungen, sodass die Sportler meist dann ihre Karriere nicht fortsetzen können. Daher wechseln viele Südafrikaner als Studenten an Universitäten in den USA. Eine weitere Barriere ist, dass die Nationalmannschaftsschwimmer und auch die Trainer ihre Kosten für Wettkampfreisen nach Übersee mit Ausnahme der Olympischen Spiele stets selbst übernehmen müssen. Die finanzielle Unterstützung des Schwimmsports ist minimal. Ungünstig war weiterhin die Olympiabewerbung für die Spiele 2004, die in Capetowm ausgerichtet werden sollten, wo das Klima ungünstig und die Voraussetzungen nicht vorhanden sind. In Durban dagegen ist das Klima mild und die Infrastruktur vorhanden - die Stadt wurde aus politischen Gründen nicht in Betracht gezogen. Eine Lichtgestalt des südafrikanischen Schwimmsports ist Alistair Hatfield, der unermüdlich Kurse in den Wohngegenden der Schwarzen abhält, junge Trainer ausbildet, die Sportler ermutigt, trotz aller Hindernisse weiterzuschwimmen und ein technisch und trainingsmethodisch herausragend betreutes Team aufweisen kann. Die kommenden drei Jahre werden als entscheidend für die weitere Entwicklung des Sports in SA bewertet. Kann SA die olympischen Erfolge von Penny Heynes nutzen?
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sportgeschichte und Sportpolitik Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:American Swimming Magazine
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: Fort Lauderdale 1996
Heft:4
Seiten:10
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel