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Gennadi Touretski - Coach of Aleksandre popov, Olympic Gold medalist 50 and 100 meters freestyle

(Zur Vorbereitung von Alexander Popow - Olympiasieger über 50 und 100m Freistil)

Verf. stellt seine Prinzipien für das Training mit A. Popow in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele von Atlanta vor. In mehr als 700 Starts seit 1990 war Popow auf den Freistilstrecken ungeschlagen. Er schwamm über 2000 km im Jahr und aboslvierte mehr als 100 Starts im Jahr. Ein Schlüssel des Erfolgs ist die Technik. Die Vorbereitung orientiert sich an der schrittweisen Eliminierung leistungshemmender Fakoren, Ziel ist die modellierte Siegleistung. Das Training, daß Popow seit Jahren am Australien Institute of Sports absolviert, wird in drei Zyklen aufgeteilt, die jeweils aus den Phasen Vorbereitung, allgemeine Konditionierung sowie spezifische Wettkampfvorbereitung bestehen. In der Ooympiabvorbereitung auf Atlanta reduzierte Popow seinen Umfang über 6-7 Wochen hinweg. 30% des Trainings ist allgemeine Fitness-Arbeit, 70% sind Schwimmtraining. In Australien findet er dafür optimale Umfeldbedingungen vor, die seinen Trainingstag etwa wie folgt aussehen lassen: 8 km Schwimmen am Morgen, dazu Sprinttraining. Zwei Std. später: 20 min. Jogging am Strand, anschließend 200 Liegestütze und Kombinationen, danach Bodysurfing, danach spezielle Übungen zur Entwicklung von Ausdauer und Willenskraft. Es folgen Übungen mit dem Medizinball. Insgesamt etwa 1 bis 1,5 h täglich. Anschließend wurden nochmals 8 km geschwommen, später im Verlauf der Vorbereitung wandelte sich dieser Part stärker in spezifischeres Training. In den einzelnen Mikrozyklen werden unterschiedliche Intensitäten vorrangig tainiert. Die nächste Planungsstufe war die Schnelligkeitsentwicklung. Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung nehmen einen hohen Stellenwert ein, zahlreiche Tests werden durchgeführt und wissenschaftlich begleitet. In der Olympiavorbereitung lag Popows letzter Wettkampf vor den Spielen im April, was jedoch als negativ bewertet wird. Hochintensives Sprinttraining ersetzt keinen Wettkampf. Zur Technik Popows Technik erzeugt weniger Widerstand als die ähnlicher Schwimmer. Seine Kraftleistung ist um 30% geringer als die seiner Kontrahenten, jedoch bei der gleichen hohen Geschwindigkeit. Er verfügt über ein gutes Wssergefühl und ist in der Lage, die Geschwindigkeitsschwankungen in den verschiedenen Phasen des Zuges zu minimieren. Sein Timing entstammt dem Payette-Prinzip. Da Start und Wende auf den kurzen Strecken von großer Bedeutung sind (20-25%), werden diese häufig trainiert. Dabei gelten folgende Regeln: 1. Der KSP befindet sich über der Vorderkante des Startblocks. 2. Die Hüften drücken mit dem Schuß nach vorn. 3. Nach dem Absprung wird der Körper so niedrig wie möglich über dem Wasser gestreckt. 4. Der gesamte Körper taucht durch das selbe kleine "Loch" ins Wasser. 5. Der Körper bleibt gespannt und optimal stromlinienförmig. 6. Die maximal möglichen Geschwindigkeit wird während der Wende beibehalten. 7. Verkürzung des Radius der Drehung, Anziehen der Knie an die Hüfte. 8. Nicht an der Wand kleben bleiben -Füße aufsetzen und wieder abdrücken. 9. Unter der folgenden Welle bleiben. 10. Den bestmöglichen Weg durch die Welle zur Wende suchen. Nächste Ziele auf dem Weg zu Olympischem Gold in Sydney 2000: 1. Erhöhung der Anzahl der Wettkämpfe 2. Verbesserung der Schwimmtechnik 3. Verbesserung der allgemeinen Fitness Bezüglich möglicher Weltrekordentwicklungen im Sprint glaubt Verf., dies sei keine Frage der Erhöhung der Kraftfähigkeiten, sondern der Verminderung des Widerstandes. Die Zukunft liegt darin, die Vorteile der Elastizität der Muskeln zu nutzen, so daß der Körper nicht aus sich unabhängig voneinander bewegenden Bestandteilen besteht sondern als einheitliches Ganzes funktioniert. Eine hohe allgemeine Fitness ist von nöten, um die Muskelkräfte optimal in Vortrieb umzusetzen.
© Copyright 1998 The World Swimming Coaches Association Gold Medal Clinic Series, Volume 2. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:The World Swimming Coaches Association Gold Medal Clinic Series, Volume 2
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1998
Ausgabe:Fort Lauderdale: The World Swimming Coaches Association (Hrsg.), 1998. - S. 93-96
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch mittel