Pronounced resting bradycardia in male elite runners in association with high heart rate variability

(Ausgeprägte Ruhebradykardie bei männlichen Spitzenläufern im Zusammenhang mit hoher Herzschlagfrequenzvariabilität)

16 männliche Leistungssportler im Mittel- und Langstreckenlauf (Alter 25 +/- 3 Jahre, O2max 4.83 +/- 0.43 O2/Min/kg) wurden auf ihre Herzschlagfrequenzdynamik über einen Zeitraum von 48 bzw. 24 Stunden untersucht. Parallel dazu wurde eine Kontrollgruppe analysiert, die sportlich nicht oder nur leicht aktiv war. Bei den Läufern wurde eine Sinusbradykardie mit sehr niedrigen Frequenzen festgestellt, mit Sinuspausen, die drei Sekunden überschritten. Die niedrigste in der Nacht aufgezeichnete Herzschlagfrequenz betrug 27 Schläge in der Minute, wenn die Messung auf ein RR Intervall bezogen wurde, bzw. 38 Schläge pro Minute, wenn eine einminütige Periode zugrundegelegt wurde und 43 Schläge wenn fünf Stunden als Basis genommen wurden (siehe auch Tabelle 1). Die ausgeprägte Bradykardie wird mit einem Anstieg des Vagustonus erklärt, was aber in der internationalen Literatur nicht unumstritten ist. Bei den 48stündigen EKG-Aufzeichnungen wurde eine niedrigere Herzschlagfrequenz und eine größere Variabilität dieser Frequenz bei den Sportlern im Vergleich zur Kontrollgruppe festgestellt. Der Unterschied hatte seine stärkste Ausprägung in der Nacht, was auf die in der Nacht herrschenden grundlegenden Bedingungen zurückzuführen ist. Diese höhere Variabilität wurde bei allen drei Frequenzbereichen festgestellt (HF, LF, VLF). Die Werte für den prozentualen Unterschied zwischen aufeinander folgenden normalen RR-Intervallen, die kürzer als 50 ms (pNN50) waren und für die Quadratwurzel des Durchschnittswertes der Summe des Quadrats der Differenz zwischen aufeinander folgenden normalen RR-Intervallen über den ganzen Zeitraum von 24 Stunden der EKG-Aufzeichnung (rMSSD) waren bei den Sportlern markant höher als bei den Probanden der Kontrollgruppe. Diese Werte werden als Zeichen für den Vagustonus betrachtet. Deshalb wird auch ein gesteigerter parasympathischer Tonus als teilweise Erklärung für die gefundene ausgeprägte Bradykardie bei den Ausdauersportlern herangezogen. Eine durch das Training verursachte gesteigerte Herzschlagfrequenzvariabilität kann teilweise die positiven Auswirkungen des Trainings auf die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erklären. - H. Sandner -
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1997
Ausgabe:Kopenhagen 7(1997)5, S. 274 - 278, 2 Abb., 2 Tab., 28 Lit.
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel