Analysis of and training for the 800 metres event
(Analyse des und Training für den 800-m-Lauf)
Es gibt drei Typen von 800-m-Läufern:
a) Sportler mit außerordentlichen 400-m-Geschwindigkeiten, die zur längeren Distanz übergehen.
Sie absolvieren vor allem Bahntraining mit hoher Qualität. Selbst im Winter überschreitet der Trainingsumfang im Prinzip nie 30 Meilen pro Woche. Wenn überhaupt, so absolvieren diese Sportler nur selten einen 1500-m-Wettkampf.
b) Sportler mit guten 400-m-Geschwindigkeiten und guten Leistungen über die 1500 m bzw. die Meile. Diese Sportler absolvieren rund 50 Meilen pro Woche über das gesamte Jahr hinweg.
c) Sportler mit einigermaßen guten 400-m-Geschwindigkeiten, die ihren Schwerpunkt über die 1500 m bzw. die Meile haben und die 800 m als Trainingsstrecke oder zweite Hauptstrecke betrachten. Diese Gruppe absolviert eine Wochentrainingsumfang von etwa 70 Meilen.
Diese drei Gruppen von 800-m-Läufern absolvieren diese Strecke auf unterschiedliche Weise:
Gruppe a): 400-m-Zeit+ 8 s x 2
Gruppe b): 400-m-Zeit+ 6 s x 2
Gruppe c): 400-m-Zeit+ 4 s x 2
Wenn ein Sportler wie A. Juantorena die Ausdauer und die Konversionsformel von S. Coe hätte, stünde der 800-m-Weltrekord heute bei 1:36,52! Anhand von bisherigen Entwicklungsverläufen wird diese Zeit für das Jahr 2060 prognostiziert.
Aufgrund der energetischen Strukturen beim 800-m-Lauf (der Sportler ist lediglich in der Lage, 9 l Sauerstoff einzuatmen, benötigen würde er jedoch 27 l, d.h. es wird nur 1/3 der 800 m aerob absolviert, 2/3 dagegen anaerob) schlussfolgerte man in den 60er Jahren (NOCKER), dass auch das Training zu 2/3 anaeroben und zu 1/3 aeroben Charakter tragen sollte. Das anaerobe Training erfolgt dabei vorwiegend mit der 400- bzw. der 800-m-Geschwindigkeit. Das Wort "aerob" sollte durch das Adjektiv "vorwiegend" ergänzt werden und Training mit den 10.000-, 5.000-, 3.000- und sogar 1.500-m-Geschwindigkeiten beinhalten. Die Weltrekordanalyse der letzten 60 Jahre läßt den Schluß zu (VAN AAKEN), dass das Training zur Hälfte im aeroben und zur Hälfte im anaeroben Bereich durchzuführen ist, um Weltklasse-Zeiten über 800 m zu erreichen (die Weltrekorde wurden zu 2/3 von 800/1500-m-Läufern gehalten und nur zu einem Drittel von 400/800-m-Läufern). Dabei ist es einfacher, sich Ausdauer anzutrainieren, als ein hohes 400-m-Niveau zu erreichen. So bleibt nach dem Erreichen der ultimativen Formel 400-m-Zeit + 4 s x 2 = potentielle 800-m-Zeit kaum noch Raum für Steigerungen.
MATTHEWS und FOX minimieren den aeroben Part in ihrer Analyse der 800-m-Leitung: Sie teilen die Energiebereitstellung wie folgt ein: 30 % ATP-PC + LA, 65 % LA-O2 und 5 % O2. 2/3 des Trainings erfolgen bei ihnen im Bereich der 1500-m-Geschwindigkeit. Es wird angenommen, dass ein Sportler mit einer guten 400-m-Geschwindigkeit Ausdauer ohne große Umfänge trainieren kann, wenn die Intensität bei 80-100 % der individuellen VO2max liegt (3-, 5- oder 10-km-Läufe oder schnelle 8-Meilen-Läufe). Auf diese Weise könne der Weltrekord in Kürze auf unter 1:40 (Männer) bzw. 1:50 (Frauen) gesenkt werden.
Der Trainingsplan S. 6 stellt das Training dar, um eine 400-m-Zeit unter 46 s (Männer) bzw. unter 53 s (Frauen) zu erreichen.
S. Coe trainierte mit 5 Geschwindigkeiten in 7-10 Tagen:
400-m-Geschwindigkeit (47s), 800-m-G. (1:42), 1500-m-G. (3:30), 3-km-G. (8 min), 5-km-G. (13:20). In der Praxis ergibt das 34 s für 300-m-Läufe, 800-m-Läufe in 1:52, 1000-m-Läufe in 2:30, Meilenläufe in 4:16 und Wiederholungsläufe über 400 m in 50 s. Im Winter absolvierte Coe viele Bergläufe und Krafttraining, das Bahntraining wurde reduziert fortgesetzt. Eine Studie der BMC 1976 ergab, daß der schnellste 800-m-Lauf in einem Zeitraum über 6 Monate meistens der 5. bis 7. absolvierte 800-m-Lauf ist. Häufig wurden gute Resultate dann erreicht, wenn einem 800-m-Rennen ein 7 Tage vorher absolviertes 400-m-Rennen vorausging und 7 Tage nach den 800 m ein 1500-m-Lauf absolviert wurde. Dies sollte bei der Wettkampfgestaltung beachtet werden.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten Kraft-Schnellkraft-Sportarten |
| Veröffentlicht in: | Athletic Coach |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
Birmingham
1996
|
| Jahrgang: | 30 |
| Heft: | 4 |
| Seiten: | 5-7 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |