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Richtig Reiten - eine Herausforderung. Problembezogene Ausbildung für Pferd und Reiter

Das Zusammenspiel von Pferd und Reiter ist kein leichtes, einfach zu erreichendes, es kann aber, wenn es gelingt, bei allen Beteiligten zu sehr vielen positiven Erlebnissen und Erfahrungen führen. Der Autor, Michael Putz, knüpft mit seiner Auffassung zur "problembezogenen Ausbildung für Pferd und Reiter" an sein 2004 erschienenes Buch "Reiten mit Verstand und Gefühl" an. Der Hinweis darauf ist wichtig, da beide Bücher vom Autor als Einheit verstanden werden, weshalb im aktuellen Buch an verschiedenen Stellen nur noch Bezug auf Positionen des 2004er Buchs genommen wird, ohne diese noch einmal vertieft zu präsentieren. Insofern ist es auch nur konsequent, dass Grundpositionen eines pferdgerechten, pferdefreundlichen Reitens in Verbindung mit einer kritischen Betrachtung aktueller (Fehl)Entwicklungen und Defizite im Pferdesport in beiden Büchern anzutreffen sind. Und so steht das Motto von Paul Stecken "Richtig reiten reicht!" über dem Gesamtkonzept der reiterlichen Ausbildung, da damit die Interessen des Pferdes am besten mit denen des Reiters in Übereinstimmung gebracht werden können. Kernthemen der Ausbildungskonzeption sind die mentale Beziehung zwischen Tier und Mensch wie auch das Anliegen, bei beiden während des Reitens eine Losgelassenheit zu erreichen, als entscheidende Voraussetzungen dafür, dass die vielfältigen gemeinsamen Aufgaben tatsächlich auch gelingen. Diese Losgelassenheit bezieht sich dabei sowohl auf den gesamten Bewegungsapparat des Pferdes mit dem Rücken als zentralem Bereich, der in der Bewegung entspannt und unverkrampft sein soll, als auch auf den inneren Zustand des Pferdes, der sich wiederum in Bewegungsfreude und Bereitwilligkeit, sich auf die gestellten Aufgaben zu konzentrieren, ausdrückt. Angesicht der vielschichtigen Ausbildungsaufgaben von Takt und Gangarten, von Schwung undÜbergängen, von Bewegung auf sehr unterschiedlichem Geläuf und wechselnden Geländepartien bergauf oder bergab, von Vorwärts-, Rückwärts- und Seitwärtsbewegungen oder Piaffen gehört der Losgelassenheit nicht nur in Vorbereitung auf und im Cooldown nach einer Lektion oder einer Übungseinheit große Aufmerksamkeit, sie ist auch kontinuierlich während des Trainings anzustreben, sie ist gezielt durch Belastungs- und Intensitätswechsel herzustellen. Dem Pferd muss vom Reiter immer wieder die Möglichkeit eingeräumt werden, seinen inneren Zustand und seine Konzentration wie auch seine Beziehung zu ihm "nachzujustieren". Wenn das gelingt, sind die Voraussetzungen geschaffen, um das umfassende Ausbildungsprogramm erfolgreich zu absolvieren. Das für das Training erforderliche Wissen zum Pferd und zur Ausbildungsmethodik liefert Michael Putz selbstverständlich ebenfalls. Auch hier kann er auf jahrzehntelange Erfahrungen zurückgreifen, die er selbst gemacht, die er aber auch bei anderen Reitern und Reitlehrern aufgenommen und dann in sein Konzept integriert hat. Das wird deutlich, wenn man sich die Details ansieht, die er den Lesern für die Ausbildung einzelner Reitelemente vorstellt und empfiehlt. Dabei geht er stets von der reiterlichen Praxis aus, erklärt die anatomische Situation des Pferdes und die Auswirkungen eines korrekten bzw. fehlerhaften Bewegungsablaufs. Danach geht es in die "technischen" Details, wie ein korrekter Bewegungsablauf erreicht werden kann, welche typischen Fehler es gibt und wie diese im Training korrigiert werden können. Entscheidende Aspekte werden besonders hervorgehoben, um den Behaltenseffekt zu verstärken, was auch durch den gezielten Einsatz von Fotos und Grafiken zu Eckpunkten der Bewegung geschieht. Eine Auswahl praktischer Tipps aus der Ausbildungs- und Trainingspraxis, zur Bewegungskorrektur oder zu besonders geeigneten Übungsformen bilden das Ende der einzelnen "Technikkapitel". Die abschließenden 40 Merksätze seiner Reitlehre sind der gelungene Versuch, einerseits die Komplexität der Ausbildung von Pferd und Reiter zu demonstrieren, andererseits aber auch den Kern der reiterlichen Ausbildung zusammenzufassen und die Reiter und ihre Ausbilder darauf aufmerksam zu machen, wie durch Geduld und Ausdauer Vertrauen zwischen Tier und Mensch geschaffen werden kann, eine wichtige Voraussetzung, um das richtige Reiten für beide zum Erlebnis und Erfolg werden zu lassen. Inhaltsverzeichnis 1. Alles fängt im Kopf an! 2. Der richtige Sitz - Losgelassenheit und Gleichgewicht aus der Bewegung! 3. Der richtige Sattel für Reiter und Pferd - ein unlösbares Problem? 4. Die gute Hand - das Kapitel des (älteren) Reiters 6. Reiten mit Verstand und Instinkt?! 7. "Mehr treiben" - das Allheilmittel? 8. Paraden - nicht nur Zügelhilfen! 9. Die Skala der Ausbildung 10. Takt und Grundgangarten 11. Losgelassenheit - Voraussetzung und Kriterium jeglicher Ausbildung 12. Nachgiebigkeit im Genick - der Schlüssel zum Rücken 13. Warum ist eine gute Anlehnung für das Reitpferd vorteilhaft? Warum soll es "ziehen"? 14. Stellen und Biegen 15. Schwung 16. Geraderichten - eine "lebenslängliche" Aufgabe 17. Versammlung - Aufrichtung - Durchlässigkeit - Selbsthaltung 18. Schritt, die ungeliebte Gangart 19. Galopparbeit 20. Übergänge - immer noch die Momente der Wahrheit 21. Verstärkungen - das Salz in der Suppe? 22. Training bergauf und bergab 23. Pferde "schnell machen" 24. Rückwärtsrichten und Schaukel 25. Reiten von Wendungen 26. Vorwärts-seitwärts-Bewegungen und Seitengänge 27. Hilfszügel 28. Verdorbene Pferde - "Therapeutisches Reiten" im leichten Sitz 29. Piaffe für jedermann? 30. Kritische Betrachtung der modernen Entwicklung im Reitsport 31. Aufbau einer Trainingseinheit 32. Grundsätze zum Freilaufenlassen 33. Zirkeltraining - Longieren kann jeder? Merksätze für den Ausbilder und Reiter Schlussbetrachtung Danksagung Literaturempfehlungen
© Copyright 2010 Veröffentlicht von FN-Verlag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:technische Sportarten
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Warendorf FN-Verlag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung 2010
Ausgabe:Warendorf: FNverlag, 2010.- 265 S.
Seiten:265
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch