Doping im Pferdesport. Regelwerke, Wirkung und Nachweis von Dopingmitteln

Im Pferdesport scheint das Doping keine Erfindung der letzten Jahre zu sein. Dennoch haben gerade die Dopingenthüllungen in den olympischen Disziplinen im Zusammenhang mit Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen der letzten Jahre den Fokus derÖffentlichkeit auch auf diese Form der Manipulation sportlicher Leistungen gerichtet. Doping gibt es auch in dieser Sportart, und es muss wie in anderen Sportarten auch sowohl durch staatliche als auch durch Verbandsgerichtsbarkeit intensiv bekämpft werden. Dies erscheint gerade aus der Spezifik der Sportart heraus, aus den Verpflichtungen des Tierschutzes, eine besonders wichtige Aufgabe. Angesichts der drohenden Gefahren eines Gendopings hat sich der Stellenwert des Antidoping-Kampfs nochmals erhöht. Um sich dem Thema Doping im Pferdesport zu nähern, gibt es unterschiedliche Zugänge. Einerseits bedarf es spezifischer veterinärmedizinischer Kenntnisse, um zu verstehen, wo Dopingbetrüger mögliche Einsatzmöglichkeiten sehen. Dies kann die Verbesserung der Sauerstoffversorgung des Pferds sein oder sein Muskelaufbau, die einen wesentlichen Einfluss auf die sportliche Leistung und das Wettkampfergebnis von Pferd und Reiter nehmen können - differenziert nach den verschiedenen Reitsportdisziplinen. Außerdem ist die (eventuell beschleunigte) Wiederherstellung der Tiere nach Verletzungen ein möglicher Einsatzfall für Dopingsubstanzen. Ein weiterer Zugang zu dem Thema ist die Analyse der bereits bestehenden gesetzlichen und verbandsrechtlichen Bestimmungen und auch Sanktionsmöglichkeiten auf nationaler und internationaler Ebene. Damit wird der rechtliche Rahmen geschaffen, um Doping zu verfolgen und zu bekämpfen. Hier sind die Wirkstoffgruppen definiert, nach denen bei Dopingkontrollen gesucht wird und es werden die veterinärmedizinischen Interventionen beschrieben, die ein Tierarzt im Interesse des Pferds und dessen Gesundheit vornehmen darf. Dieser Zugang führt auch zu den Versuchen, für den Pferdesport Grenzwerte zu etablieren, ab wann von einem Dopingvergehen ausgegangen wird. In der Zusammenführung beider Zugänge ergeben sich dann die Aspekte der Überwachung von Training und Wettkampf im Pferdesport: welche Verfahren werden von welchen akkreditierten Labors eingesetzt. Aus dem medizinischen Verständnis zu den physiologischen und molekularen Wirkungsmechanismen der verschiedenen Dopingsubstanzen ergeben sich entsprechend differenzierte Testverfahren und Methoden zur Identifizierung einzelner Substanzen. Im vorliegenden Nachschlagewerk hat Bert Schlatterer alle diese Teilbereiche und Aspekte fachlich fundiert aufgearbeitet und präsentiert. Damit wurde der aktuelle Wissens- und Sachstand dokumentiert. Es wird aber deutlich, dass auch im Pferdesport das Thema Doping eines geworden ist, dass einer ständigen Beachtung und Beobachtung sowie Weiterentwicklung bedarf, wenn die Kontrollmaßnahmen erfolgreich sein sollen.
© Copyright 2010 Veröffentlicht von Schattauer. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Stuttgart Schattauer 2010
Ausgabe:Stuttgart: Schattauer, 2010.- 107 S.
Seiten:107
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch