Quantifizierung sportlicher Bewegungsabläufe. Entwicklung und Evaluation eines Diagnosemoduls für die Sportart Schwimmen
In der sporttechnisch anspruchsvollen, zyklischen Ausdauersportart Schwimmen nehmen sportmotorische Fähigkeiten und Fertigkeiten innerhalb der Leistungsstruktur und damit auch im Training eine sehr prominente Position ein. Dieses Koordinations- und Techniktraining auf eine solide, wissenschaftlich begründete Grundlage zu stellen, erfordert u. a. die Entwicklung und den Einsatz von diagnostischen "Werkzeugen", mit denen sowohl der aktuelle Leistungsstand als auch Leistungsfortschritte analysiert und dokumentiert werden können.
Die Entwicklung sportartspezifischer Messplätze (Stichwort Schwimmkanal) in der Sportart Schwimmen, die inzwischen auch gezielt für das Techniktraining genutzt werden, hat dieser Notwendigkeit seit vielen Jahren Rechnung getragen. Hier sind immer videographische Verfahren zum Einsatz gekommen, um leistungsrelevante biomechanische Messgrößen zu erfassen, zu interpretieren, diese Daten mit theoretischen Technikleitbildern zu vergleichen und so Einfluss auf die Steuerung der nächsten Trainingsetappe(n) zu nehmen. Dies Durchführung derartiger leistungsdiagnostischer Untersuchungen ist stets mit einem hohen organisatorischen und Auswerteaufwand verbunden gewesen, zumal zunehmend Fragen der Individualisierung technischer Bewegungsabläufe innerhalb eines sehr komplexen Bewegungsbildes zu beachten waren.
Dank technischer und technologischer Fortschritte, primär in den Bereichen der minituarisierten Sensorik und digitalen Bildaufnahme und Messwertverarbeitung, haben sich umfassende neue Möglichkeiten für die Weiterentwicklung von biomechanischen Messplätzen ergeben. Im vorliegenden Band stellt Markus Buchner das Konzept seines Schwimm-Meßplatzes vor, der Beschleunigungs- und Lagesensoren nutzt, um die horizontale Beschleunigung des Hüftpunkts beim Schwimmen zu erfassen. Gerade die direkte Messung der Beschleunigung stellt einen innovativen Denk- und Entwicklungsansatz dar, der Vorteile durch seine engere Verknüpfung mit dem schwimmspezifischen Bewegungsvollzug bringt. Die so erhaltenen Werte sind mit einer zeitlich synchronisierten digitalen Bildreihe verbunden, um ein parametergestütztes Techniktraining realisieren zu können.
Im Rahmen seiner Arbeit wurde das entwickelte System auf praktische Einsetzbarkeit für verschiedene Applikationen untersucht:
- Untersuchung von Antriebsmodellen im Schwimmen,
- Analyse der Schwimmtechnik in den Stilarten Brustschwimmen und Schmetterlingsschwimmen,
- Überprüfung von Belastungsvorgaben durch Überwachung der Schwimmtechnik im Laktatstufentest.
Die dazu durchgeführten Untersuchungen von Antriebsmodell, der Schwimmfrequenz und Schwimmtechnik konnten einen wichtigen Beitrag zum verbesserten Verständnis der Vortriebsbewegungen oder zur Dynamik der Zyklusfrequenzverläufe innerhalb von Stufentests liefern. Gleichzeitig wurde u. a. die Anwendbarkeit des Systems auch für die Kraul- und Rückenlage untersucht, wurden noch vorhandene Schwächen und Möglichkeiten deren Beseitigung ergründet und die sich bei Studien ergebenden physikalischen Messfehler abgeschätzt (die sich im akzeptablen Bereich bewegen).
Mit dem Messmodul können nunmehr kontinuierlich Beschleunigungsprofile erhoben und analysiert werden, die in einer sportartspezifischen Leistungsdiagnostik und im Techniktraining genutzt werden können.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Ausdauersportarten |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Kovac
2009
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| Ausgabe: | Hamburg: Kovac, 2009. - 215 S. |
| Schriftenreihe: | Schriften zur Sportwissenschaft, 83 |
| Seiten: | 215 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |