4075880

Höhentraining im Triathlon und Eisenstoffwechsel

Die Eisenunterversorgung (Eisenmangel) sowie eine katabole Stoffwechsellage beim Höhentraining (meist in 2.000 m bis 2.500 m) behindern die Zunahme des Gesamthämoglobins (tHb mass) und damit die Zunahme der aeroben Kapazität. Die Eisenhomöostase wird sehr fein durch das hepatische Hormon Hepcidin (HEPC) kontrolliert, welches die Eisenaufnahmefähigkeit der Darmzellen über ein spezielles Protein, dem Ferroportin, kontrolliert. Unter Hypoxie oder im Zustand einer Anämie stimuliert das Erythropoitin (EPO) das Erythroferron im Knochenmark, welches das HEPC hemmt und damit den hypoxiebedingten erhöhten Eisenbedarf sichert und damit die Erythropoese stabilisiert. Defizitäre Eisenspeicher und/oder Vitamin B12-Unterversorgung sind bei Athleten, besonders bei jungen Frauen, sind vor einem Höhentraining durch Eisensubstitution, unter ärztlicher Kontrolle, zu therapieren. Eine Supplementation von Eisen während des Höhentrainings fördert die Erythropoese und erhöht das Gesamthämoglobin (tHb mass) und die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max). Die leistungsfördernde Nachwirkung des Höhentrainings nach Rückreise ins Flachland ist wissenschaftlich belegt, besonders bei den ausdauerorientierten Sportarten. Voraussetzung für eine Leistungszunahme ist ein wiederholter Aufenthalt von drei Wochen in mittleren Höhen von 1.800 bis 3.000 m im Trainingsjahr oder bei etwa 400 (250-500) Trainingsstunden pro Aufenthalt. Die Hauptursachen von Misserfolgen eines Höhentrainings sind, neben sportmethodisch bedingten Überoder Unterbelastungen sowie Erholungsdefizit, eine kalorisch unzureichende Energieversorgung (Defizit an Kohlenhydraten und Proteinen). Ohne ausreichende Eisenverfügbarkeit kommt es nicht zur Zunahme des tHb mass. Das erhöhte Gesamthämoglobin bildet die physiologische Basis der Zunahme der aeroben Kapazität für submaximale oder maximale Belastungen (Wettkampf). Neben Zunahmen von tHb mass und VO2max ist die verminderte Laktatbildung ein leistungsfördernder Faktor nach dem Höhentraining. Nach dem Höhentraining kehrt ein erhöhtes Gesamthämoglobin (z. B. 3-7 %) infolge des ausbleibenden Hypoxiereizes im Flachlandtraining von 3-4 Wochen wieder zum Ausgangswert zurück. Damit wird die vorübergehend erhöhte Leistungsfähigkeit instabil bzw. sinkt.
© Copyright 2020 Medical Triathlon World. TVDÄ. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten
Tagging:Eisenmangel Eisen Anämie
Veröffentlicht in:Medical Triathlon World
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2020
Online-Zugang:https://www.tvdae.de/_files/ugd/bb55e7_29a2edc6d81a490fadb1f5eb44c7f115.pdf
Heft:64
Seiten:5-10
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel