Auswirkungen des Radsports auf den Urogenitaltrakt und auf die Fertilität des Mannes

Zielsetzung: Diese prospektiv angelegte Studie untersuchte mögliche Veränderungen der Spermienqualität, Sexualhormone und sonographische Hodenveränderungen bei Radfahrern, verglichen mit einer nicht-radfahrenden Kontrollgruppe, um festzustellen ob Radfahren mit Fertilitätsstörungen assoziiert ist. Patienten und Methoden: Es wurden insgesamt 57 Probanden rekrutiert, davon 20 Radfahrer (Durchschnittsalter 33 Jahre) und eine Kontrollgruppe von 37 Personen (Durchschnittsalter 27 Jahre). Unter den Radfahrern waren fünf Mountainbiker, fünf Rennradfahrer und zehn Kombinierer. Für die Radfahrer wurde ein unteres Limit von jährlich 5000 gefahrenen km und ein Training von mindestens 5 Tagen/Woche festgelegt. Alle Probanden unterzogen sich einer Skrotal- und Prostata-Ultraschalluntersuchung. Des weiteren wurde ein Spermiogramm angefertigt und ein Differenzialblutbild, Hormone und Tumormarker bestimmt. Ein international genormter Fragebogen zu Potenzstörungen und ein eigens angefertigter Fragebogen mit allgemeinen Fragen, kurzer urologischer Anamnese und Fragen zu Trainingsgewohnheiten wurde erstellt. Die Ergebnisse der Radfahrer wurden mit denen der Kontrollgruppe verglichen und auf statistische Signifikanzen untersucht (p<0,01). Ergebnisse: 13 Radfahrer (65 %) zeigten im Ultraschall pathologische Veränderungen des Skrotum. Insgesamt konnten vor allem Varikozelen, Spermatozelen und auch Verkalkungen im Hoden- und Nebenhoden der Radfahrern häufiger diagnostiziert werden, aufgrund der niedrigen Probandenanzahl wurden jedoch keine signifikanten Unterschiede gefunden. Die Spermienqualität war bei der Kontrollgruppe in allen Parametern etwas besser, vor allem in der Spermatozoendichte. Der IIEF-Fragebogen zur Potenz des Mannes konnte keine Unterschiede zwischen den Gruppen zeigen. Blutbild, Hormone und Tumormarker waren bei beiden Gruppen weitgehend unauffällig. Schlussfolgerung: Bei Radfahrern wurden vermehrte Skrotalveränderungen gefunden, weiters war die Spermienqualität gegenüber der Kontrollgruppe schlechter. Potenzstörungen bei Radfahrern, die bei vorgehenden Arbeiten diskutiert wurden, konnten nicht bestätigt werden. Aufgrund dieser Ergebnisse zeigt sich, dass der Radsport zu Hodenpathologien sowie zur Beeinträchtigung des Spermiogramms führt. Weitere Untersuchungen mit einer groß angelegten Studiengruppe sind wünschenswert.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2002
Online-Zugang:http://www.fodok.at/fodokat/details?fodok_id=236171
Dokumentenarten:Dissertation
Level:hoch