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Mit Kälte zum sportlichen Erfolg. Wie die Körpertemperatur unsere Leistung beeinflusst

Sportliche Belastungen, insbesondere Ausdauerbelastungen, die über einen längeren Zeitraum andauern, sind in der Regel auch mit der Freisetzung von Wärme verbunden. Diese entsteht aus der Umsetzung chemisch gebundener Energie aus den körpereigenen Nährstoffspeichern in Bewegungsenergie, da bei diesem Prozess der Wirkungsgrad lediglich etwa 20 % beträgt und der Rest, 80 %, als Wärme freigesetzt wird. Dies erfordert eine thermoregulatorische Reaktion des Körpers, damit der Sportler nicht überhitzt wird und weiterhin seine Leistung erbringen kann. Es ist erforderlich, der Wärmebildung mindestens ein gleiches Maß an Wärmeabgabe entgegenzusetzen, um einen Anstieg der Körpertemperatur und eine Leistungsminderung zu verhindern. Im ersten Teil des Buches werden diese physiologischen Grundlagen, Fragen der Thermoregulation, der Wärmebildung und -abgabe sowie der Zusammenhang zur Ausdauerleistungsfähigkeit dargestellt. Zudem wird ausgeführt, dass als Messparameter der thermoregulatorischen Beanspruchung neben Körperkern- und Hauttemperatur auch Herzfrequenz und Blutlaktatkonzentration herangezogen werden können. Der Autor untersuchte dann - allgemeingültig und beispielhaft bezogen auf den Radsport - wie Thermoregulation erfolgt. Denn klar ist, dass "der Körper die überschüssige Wärmeenergie nicht wieder in andere Energieformen überführen kann", sondern "die einzige Möglichkeit der Wärmeabgabe darin [besteht], sie auf ein anderes Medium in der Umwelt zu übertragen". Der Autor hebt dabei die Bedeutung der "Beschaffenheit der Umwelt für die Wärmeabgabe und damit die Kühlung des Organismus" hervor, denn diese kann nur durch Kontakt des Körpers mit seiner Umgebung vollzogen werden. So kann beispiels- und logischerweise eine schnellere und stärkere Wärmeabgabe bei kälterer Umgebung erfolgen als bei hohen Umgebungstemperaturen. Wenn die Umgebungsbedingungen keine Wärmeabgabe mehr zulassen, kann der Körper nur noch mit einer verringerten Wärmeerzeugung, sprich reduzierten Leistung, reagieren. Dadurch kommt es zur verminderten Ausdauerleistung unter Hitzebedingungen. Der Körper kann aber durch bestimmte Verfahren bei der Thermoregulation unterstützt werden. Dazu führte der Autor Untersuchungen durch, deren Ergebnisse im Buch präsentiert werden. Die überprüften Kühlmethoden waren das Kryotherapiegerät und die Kühlweste. Dabei ging es sowohl um das Abkühlen während des Starts aber auch vor dem Start (Preecooling). Die Arbeit beschäftigt sich jedoch auch mit der Rolle des Aufwärmens und betont, "dass der vermeintliche Widerspruch von "Aufwärmen" und "Precooling" allein ein terminologischer zu sein scheint" und eine Kombination beider Methoden es ermöglicht, die Muskulatur auf die Belastung vorzubereiten, die Vorstarterschöpfung sowie die thermoregulatorische und kardiovaskuläre Beanspruchung aber herabzusetzen. Das Buch schließt mit der Darlegung verschiedener Anwendungsoptionen der Kühlmaßnahmen in Wettkampf und Training (des Radsportlers) ab.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft Ausdauersportarten
Tagging:Pre-Cooling Kühlweste Kühlung Kälteapplikation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Diplomica Verlag GmbH 2013
Seiten:120
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch