Anforderungen an das Nahrungsangebot auf der Langdistanz

Zusammenfassung: Die dargestellten Zusammenhänge zeigen die überragende Bedeutung einer ausreichenden Flüssigkeits- und Kohlenhydratzufuhr während langdauernder Belastungen im Ultrabereich. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr dient der Aufrechterhaltung einer konstanten kardiovaskulären Leistungsfähigkeit sowie einer adäquaten Thermoregulation mit Verhinderung der Entstehung einer Hyperthermie (über 39,3°C). Da Hyperthermie, Dehydratation und Hyponatriämie nicht nur zu einer Minderung der körperlichen Leistungsfähigkeit führen können, sondern eine ernste gesundheitliche Gefährdung des Athleten darstellen, ist eine dem Schweißverlust angepasste Flüssigkeitszufuhr die wichtigste Ernährungsmaßnahme während des Wettkampfes. Bei sehr langen, andauernden Belastungen von mehr als 3-4 Stunden muss über den Schweiß auch mit erheblichen Natriumverlusten gerechnet werden, die zusammen mit dem Flüssigkeitsersatz (empfohlene Konzentration: 300 - 700 mg/l) ersetzt werden sollten. Da die Ultradistanzen mit niedriger Belastungsintensität bewältigt werden, besteht bei individueller Disposition durchaus auch die Möglichkeit einer Wasserintoxikation durch übermäßige Zufuhr natriumfreier Getränke. Die Möglichkeit der (selbständigen) Gewichtskontrolle auf einzelnen Streckenabschnitten sowie ein entsprechendes Flüssigkeitsangebot mit natriumhaltigen Rehydratationsgetränken wären einfache und wichtige vorbeugende Maßnahmen. Eine ausreichende KH-Zufuhr von ca. 50-60 g/h über flüssige und feste Nahrungsmittel ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Wettkampfernährung, um eine gegebene Intensität über möglichst lange Zeit aufrechthalten zu können. Eine ungenügende KH-Zufuhr beeinträchtigt nicht nur Energiestoffwechsel und Leistungsfähigkeit, sie trägt auch zu vorzeitiger zentralnervöser Ermüdung und zu vermehrten belastungsinduzierten entzündlichen Reaktionen bei. Dadurch wird auch die Erholungsfähigkeit nach dem Wettkampf unmittelbar beeinträchtigt. Da der Großteil der Athleten während Langdistanz-Veranstaltungen auf das Nahrungsangebot des Veranstalters angewiesen ist, trägt dieser eine direkte Mitverantwortung für die Gesundheit der Athleten. Die Mindestanforderungen an ein adäquates Nahrungsangebot sind daher folgende: · Engmaschiges Angebot von Getränken und fester Nahrung · Mindestens ein Getränk muß einen KH-Gehalt von 40-80 g/Liter und 300-700 mg Natrium enthalten. · Feste Nahrung muss leicht verdaulich, kohlenhydratreich und arm an Fett, Eiweiß und Fasern sein. Jeder Athlet sollte sich vor dem Wettkampf beim Veranstalter nach dem Nahrungsangebot erkundigen, um so mögliche Engpässe frühzeitig erkennen und ausgleichen zu können (z.B. Mitnahme von KH-Konzentratbeuteln bei ungenügendem KH-Angebot durch Getränke). Es soll hier nochmals eingehend darauf hingewiesen werden, dass von der Zufuhr von (kristallinem) Salz oder Salztabletten aufgrund der schlechten Steuerbarkeit und extremen hypertonen Wirkung vor und während des Wettkampfs unbedingt abgeraten werden muss!
© Copyright 1999 13. Internationales Triathlon-Symposium, Erbach 1998. Veröffentlicht von Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:13. Internationales Triathlon-Symposium, Erbach 1998
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Czwalina 1999
Schriftenreihe:Triathlon und Sportwissenschaft, 13
Seiten:43-60
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch mittel