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Olympischer - versus Langdistanz-Triathlon

Zusammenfassung: 1. Die zwei Disziplinen des Triathlon, Olympische Distanz und Langdistanz, sind aus der Sicht der Struktur der Wettkampfleistung und der Struktur der Leistungsfähigkeit zwei unterschiedliche Disziplinen. Die wesentlichsten Unterscheidungsmerkmale resultieren aus der Wettkampfzeit und dem Reglement. Dementsprechend gelingt das Erreichen einer definierten sportlichen Leistung (Siegleistung) nur, wenn im Trainingsprozess eine Übereinstimmung von Leistungs- und Trainingsstruktur garantiert ist. Das erfordert die konsequente Ableitung aller Teilziele, Inhalte und Strukturen des Trainings (u. a. konditioneller, technisch und technisch-taktischer Bereich einschließlich der zu erwartenden Wettkampfbedingungen bei den Hauptwettkämpfen) in allen Ausbildungsetappen aus den Anforderungen der betreffenden Leistungsstruktur. 2. Zukünftig werden im Triathlon Leistungsentwicklungen nur dann im Bereich der Weltklasse erreichbar sein, wenn das Training professionell, finanziell abgesichert und auf die Zieldisziplin (Olympische Distanz oder Ironman) spezialisiert, betrieben wird. Dieser Anspruch beinhaltet, dass nur der Sportler eine Siegchance besitzt, der sich sehr frühzeitig über den langfristigen Aufbau und ein spezifisches Wettkampfsystem vorbereitet und das Erreichen der Weltspitze als Maßstab (insbesondere für das Training) akzeptiert. 3. Bei der Auswahl der Trainingsformen im Gesamtkomplex des Trainings (WA/SA, GA, KA) sind die konkreten bewegungsstrukturellen Erfordernisse des Zielwettkampfes und seiner Hauptphasen zugrundezulegen. Einerseits muss die Beherrschung des technischen Niveaus der sportlichen Bewegung auch unter starker Gegnerbeeinflussung (Schwimmen, Rad) speziell auf der Olympischen Distanz gegeben sein, und andererseits ist in der zeitlichen und räumlich dynamischen Struktur des Krafteinsatzes in den Teildisziplinen eine weitgehende Annäherung bzw. Übereinstimmung der Trainingsformen an die Wettkampfanforderungen zu erreichen. Hier sind deutliche Unterscheidungen im Training zwischen Olympischer Distanz und Ironman notwendig. 4. Auf der Grundlage disziplinspezifischer Leistungsstrukturen sind im Triathlon Trainingskennziffern entwickelt wurden, die im Jahres- und Mehrjahresaufbau eine individuelle und zweckmäßige Gesamtbelastung sichern sollen. Gesamttrainingumfänge von bis zu 1200 h haben sich als notwendige Belastungsmaße im Hochleistungsbereich der Olympischen Distanz herausgestellt. Für die Vorbereitung auf den Ironman sind Trainingsumfänge bis zu 1600 h bekannt. Das Schlüsselelement der Trainingswirksamkeit besteht in der Steigerung der Qualität des aerob/anaeroben Grundlagenausdauer- und Kraftausdauertrainings. 5. Ausgehend von dem langfristigen und mehrjährigen Leistungsaufbau, der am Ende der Karriere auf der Olympischen Distanz auch Starts beim Ironman vorsehen kann, wird insbesondere der realisierbare Trainingsumfang zum Hauptleistungsfaktor. 6. Das Wettkampfsystem (Weltcup) der Olympischen Distanz ist als ein Hauptmittel für die Leistungsausprägung und die Erhöhung der wettkampfspezifischen Belastungsreize (Zwischenwettkampftraining eingeschlossen) sowie für die Olympiaqualifikation im mehrjährigen Trainingsaufbau zu planen. Für die langfristige Vorbereitung auf den Ironman können Wettkämpfe auf kurzen Distanzen als Aufbauwettkämpfe realisiert werden. 7. Zusammenfassend soll die Frage nach dem wahren Weltmeister im Triathlon mit einem Zitat beantwortet werden: Die Konkurrenz streitet nicht, sie spezialisiert sich und trainiert !!
© Copyright 1999 13. Internationales Triathlon-Symposium, Erbach 1998. Veröffentlicht von Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:13. Internationales Triathlon-Symposium, Erbach 1998
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Czwalina 1999
Schriftenreihe:Triathlon und Sportwissenschaft, 13
Seiten:7-20
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel