Radtraining im Triathlon
Triathlon erfreut sich in den letzten Jahren stark zunehmender Beliebtheit. Vielleicht auch, weil das Durchstehen dreier hintereinander weg zu absolvierender Ausdauersportarten, eine besondere Herausforderung ist. Dabei nimmt der Anteil, der mit dem Fahrrad absolviert wird, mit über 60 % von der Gesamtzeit eine wettkampfentscheidende Rolle ein. Trotzdem ist die Auffassung unter Trainern und Aktiven zur Teilstrecke Rad im Triathlon sehr unterschiedlich. Einige unter ihnen schätzen sogar den technischen Anspruch als am geringsten unter den Teildisziplinen ein. Dabei gibt es aber gewichtige Gründe für die Annahme, dass gerade das Fahren auf dem Rad mit hoher Geschwindigkeit sporttechnisch sehr anspruchsvoll ist, da es keinen direkten Kontakt des Sportlers zum Boden gibt und er bei durchaus wechselnden Umwelteinflüssen das Gleichgewicht halten muss. Aus dieser Bewegungsaufgabe, die mit einem größtmöglichen Vortrieb pro Tretzyklus zu koppeln ist, erwachsen Potenziale (z. B. aerodynamische Position auf dem Rad, Kurventechnik) der Geschwindigkeitssteigerung, die nicht zuletzt durch eine verbesserte Technik erschlossen werden können. Darüber hinaus ändert sich nichts an der Bedeutung anderer konditioneller Bereiche wie Ausdauer, Kraft oder Beweglichkeit, die selbstverständlich ebenfalls Gegenstand eines effektiven Radsporttrainings sein müssen.
Bevor Lynda Wallenfels auf trainingsmethodische Fragen eingeht, wird im ersten Kapitel das Sportgerät genauer vorgestellt. Dabei erläutert sie, worauf bei der Wahl eines geeigneten Modells zu achten ist, welche individuellen Anpassungen zu einer optimalen Fahrposition beitragen und schließlich welche Radschuhe, Helme und Handschuhe zweckmäßig sind. Dieser kompakte Überblick kann von Sportlern und Trainern praktisch genutzt werden. Der Hauptteil des Buchs befasst sich mit Themen, die sich primär mit der Planung und Durchführung des Radsporttrainings für Triathleten beschäftigen. Insofern werden Fragen zur Trainingsperiodisierung, zur Gestaltung individueller Trainingspläne, zum Jahrestrainingsplan, zur Trainingsprotokollierung und zur Leistungsdiagnostik sehr umfassend und detailliert behandelt. Deutlich wird dabei, dass es der Autorin darum geht, basierend auf allgemeingültigen Trainingsprinzipien einen Trainingsplan zu entwerfen, der sich an den individuellen Leistungsvoraussetzungen und Zielen des jeweiligen Sportlers orientiert. Diese Individualität zählt für die Autorin neben dem Wechsel von Belastung und Regeneration, schrittweiser Belastungssteigerung, Zielgerichtetheit des Trainings und der bewussten Nutzung von Trainingspausen zu den Prämissen, um erfolgreich ein leistungsorientiertes Training entwerfen zu können. Diese Prinzipien finden sich dann auch an vielen Stellen der vorgestellten Trainingsempfehlungen und Trainingspläne wieder.
Neben diesen trainingsmethodischen Fragen werden die Leser auch das notwendige Grundwissen zur allgemeinen körperlichen Vorbereitung finden, wobei sie sich hier sehr stark auf die Themen Beweglichkeit und Rumpfmuskulatur, sportphysiologische Grundlagen mit Herz-Kreislauf-, Atmungs- und Muskelsystem sowie den Energiestoffwechsel konzentriert, die für die Ausdauer orientierte Sportart Radsport von größter Wichtigkeit sind.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Betzenstein
Sportwelt Verlag
2011
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| Ausgabe: | Betzenstein: Sportwelt Verl., 2011.- 251 S. |
| Seiten: | 251 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |