Sportpsychologie im Triathlon
Sportpsychologische Interventionen sind seit vielen Jahren in den Spielsportarten, den Kampfsportarten und auch den technisch-akrobatischen Sportarten bekannt, während ihr Einsatz in Ausdauersportarten nicht so verbreitet erscheint. Das jetzt vorgelegte Buch zur Nutzung sportpsychologischer Techniken in der extremen Ausdauersportart Triathlon bildet deshalb eher die Ausnahme. Wenn man sich aber mit seinem Inhalt intensiver befasst, wird schnell deutlich, dass derartige Techniken und Methoden sehr wohl dazu beitragen können, die selbst gesteckten sportlichen Ziele zu erfüllen. Ihre Einsatzfelder sind dabei weit gestreckt, beziehen sich sowohl auf Training als auch auf den Wettkampf und lassen auch das nicht-unmittelbar-sportliche Umfeld nicht aus, dass aber einen wichtigen Einfluss auf die sportlichen Intentionen und Aktivitäten haben kann. Hier soll nur an eine belastungsgerechte Ernährung erinnert sein, die sowohl im nicht-sportlichen Alltag als auch in Training und Wettkampf bedeutsam sind. Friederike Rasches Buch präsentiert sowohl, und das sehr ausführlich, die psychologischen Techniken, die Sportler selbst erlernen und dann auch eigenständig ausführen können als auch die Bereiche sportpsychologischer Interventionen, in denen Triathletinnen und Triathleten geraten sei, externe Experten zu Rate zu ziehen, um kritische Situationen, Verhaltensweisen oder Reaktionen zu vermeiden bzw. korrigieren zu können.
Zu den Techniken, die Sportlerinnen und Sportler erlernen und eigenverantwortlich einsetzen können, zählen das Zielsetzungstraining, Selbstgespräche, Visualisierungstechniken und mentales Training, Konzentrationstraining und der Umgang mit Freude, Angst und Stress. Letztlich kann durch derartige Techniken sehr viel dafür getan werden, dass ein hohes Maß an Selbstvertrauen aufgebaut und dann auch leistungs- bzw. ergebniswirksam im Triathlonrennen eingesetzt wird.
Ein sehr gelungenes Beispiel, wie sportpsychologische Techniken auch im Ausdauersport Triathlon helfen können, liefert das Kapitel zur Visualisierung. Ausgehend von der Beschreibung des Zwecks von Visualisierungsübungen zur Verbesserung der Konzentration und Motivation, zum Aufbau von Selbstvertrauen und zur Kontrolle emotionaler Reaktionen, zum Erwerb effektiver Wettkampfstrategien und zum besseren Umgang mit Schmerzen, aber auch zum Technikerwerbs- und -anwendungstraining wird sehr praxisnah demonstriert, wie die jeweilige Intervention aussehen kann bzw. sollte, wobei dem Leser bewusst gemacht wird, dass es gerade in diesem Bereich immer zwei Sichten gibt: internal und external. Dann wird ein Sport bezogener Visualisierungsfragebogen präsentiert, werden erste Übungen vorgestellt, um dann schrittweise die Effekte zu diskutieren, die man in den oben benannten Teilbereichen mittels Visualisierung erzielen kann.
Bei Themen wie Sportsucht oder Essstörungen allerdings ist externe Hilfe angesagt, wie auch zu empfehlen ist, beim Umgang mit Verletzungen, chronischen Schäden oder gar Burn-out eine solche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gleiches gilt, wenn man merkt, dass die Leistungen im Training zwar "stimmen", dass es aber nur unzureichend oder gar nicht gelingt, diese im Wettkampf "abzurufen". Auch dafür finden die Leser bei Friederike Rasche praktische Tipps und Erfahrungen, um die Situationen zeitnah zu erkennen und mit Bezugspersonen aus dem sozialen oder sportlichen Umfeld zu besprechen und entsprechende Gegenmaßnahmen initiieren zu können. So gibt sie Hinweise, wie typische Warnhinweise aussehen, woran man Trainingsweltmeister erkennt oder welche Formen von Essstörungen im Triathlon auftreten (können) und wie man sich dann verhält.
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| Schlagworte: |
Triathlon
Sportpsychologie
mentales Training
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psychische Eigenschaft
Betreuung
Verletzung
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Störung
Übertraining
Psychoregulation
psychischer Prozess
Übung
Bewegungsvorstellung
Wahrnehmung
Vorstartzustand
mental
Training
Deutschland
Ausdauersportarten
Sozial- und Geisteswissenschaften
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|---|---|
| Notationen: | Ausdauersportarten Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Spomedis Verlag
2011
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| Ausgabe: | Hamburg: Spomedis, 2011.- 216 S. |
| Seiten: | 216 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |