Radsport Anatomie

Der Titel des Buchs von Shannon Sovndal trifft einerseits genau den Inhalt, andererseits kann er aber auch, wenn noch kein Blick in das Buch geworfen wurde, zu Assoziationen beim potenziellen Leser führen, die der Autor nicht erfüllt und es auch nicht will. Denn dieses Buch handelt natürlich von der Anatomie im Sport, und hier unter den sportartspezifischen Blickwinkeln des Radsports. Natürlich werden im Laufe des Buchs die grundlegenden anatomischen Verhältnisse des Menschen vorgestellt, aber auch hier wieder unter der sportartspezifischen Sicht des Radsports. Denn dies ist die Grundvoraussetzung, damit der Autor zu seinem eigentlichen Ziel gelangt. Er muss die Anatomie und die Physiologie des Radsportlers genau kennen, wenn er sie im Training gezielt und leistungswirksam beeinflussen will. Er muss ein Verständnis davon entwickeln, welche Muskeln Beiträge zur Radfahrleistung in den verschiedenen Geländeformen und in den verschiedenen Rennphasen (Fahren im Peleton, Fahren allein als Ausreißer, Sprint auf der Zielgeraden, Windschattenfahren etc.) leisten. Trainer und Sportler dürfen dabei nicht nur an die Beine, die Hüfte oder das Gesäß denken, die natürlich außerordentlich wichtig für die Gesamtleistung sind, sondern es geht auch um die muskuläre Stabilisierung des Oberkörpers, von Bauch und Rücken oder die Arme, deren effektives Zusammenspiel erst die finale Leistung ausmachen. Gleichzeitig muss die muskuläre Leistung im Radsport so vorbereitet sein, dass einerseits eine auf Ausdauer orientierte Belastung entscheidende Grundlagen schafft, ohne dass intermittierende Belastung oder auch schnellkräftige Belastungen (die bei Sprints insbesondere im Zielbereich rennentscheidend sein können) aus Acht gelassen werden. All diese konditionellen Aspekte sind im Trainingsprogramm zusammenzufassen und effektiv aufeinander abzustimmen. Im vorliegenden Buch geht es dem Autor dabei in erster Linie um das Krafttraining. Dazu werden mit Blick auf radsporttypische Belastungen und Bewegungsabläufe Übungen vorgestellt, mit denen Radsportler etwas für eine gezielte muskuläre Kräftigung tun können. Da wird mit Lang- und Kurzhanteln trainiert, werden Kraftmaschinen in ihrer typischen Arbeitsweise darauf untersucht, wie sie Radbelastungen imitieren können. Es müssen aber nicht immer die Fitness- und Kraftmaschinen sein, einfache Pezzi- und Medizinbälle oder Übungen ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht sind ebenso geeignet, um dem Radsportler im muskulären Aufbau und der Stabilisierung hilfreich zu sein. Jede der insgesamt 74 Übungen wird verbal beschrieben und anhand einer Graphik in den Kernbewegungsphasen vorgestellt. Parallel dazu wird verdeutlicht, in welcher Phase des idealtypischen Radfahrens eine ähnliche Belastung zu finden ist, womit zweifelsohne auch die Motivation bei den Sportlerinnen und Sportlern für diese Krafttrainingsübungen gefördert wird. Die Übungen wurden inhaltlich so untergliedert, das nacheinander die Körperregionen - Arme, - Schultern und Nacken, - Brust, - Rücken, - Bauch, - Beine (mit isolierten und kombinierten Muskelübungen) behandelt werden. Im Anschluss daran werden Ganzkörperübungen präsentiert, mit denen das Zusammenspiel der Muskeln innerhalb des Krafttrainings in den Vordergrund gerückt wird.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: München Copress 2010
Ausgabe:München: Copress Sport, 2010.- 191 S.
Seiten:191
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel