Zusammenhänge zwischen Nahrungsaufnahme und Befindlichkeit im Langzeitausdauer-Wettkampf
Nicht erst seit dem Boom im Triathlon gehören die Ausdauersportarten in allen Alters- und Leistungsbereichen zu den beliebtesten sportlichen Freizeitaktivitäten in Deutschland. Skilanglaufen, Langstreckenlauf bis zum Marathon, Radsport, aber auch der Kanusport oder das Rudern haben eine große Anhängerschar. Jungen und Mädchen, Frauen und Männer haben viel Spaß an der Bewegung im Freien, wollen etwas für ihre Gesundheit tun, sich sportlich beweisen und neue Leistungsziele erreichen. Dazu werden Trainingspläne entwickelt, trainieren die Sportlerinnen und Sportler regelmäßig über lange Zeiträume. Auch Trainingswissenschaftler und Sportmediziner befassen sich sehr intensiv und umfangreich mit Themen aus den Ausdauersportarten. Dabei zählen die energetischen Anforderungen, die sich aus der hohen Belastungsdauer ergeben, eine entscheidende Rolle. Fragen der Substitution der durch die Langzeitausdauerbelastung entstehenden Mangelsituationen bei Nährstoffen und möglicher Störungen im Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel bei unzureichender Substartzufuhr sowie die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die körperliche Leistungsfähigkeit und auch das subjektive Wohlbefinden sind über viele Jahre bereits Gegenstand von Forschungsprojekten gewesen. Dabei standen aber laborexperimentelle Untersuchungen zur optimalen Quantität und Qualität der zugeführten Nährstoffe bei Ausdauerbelastungen im Vordergrund, empirische Untersuchungen stellten eher die Ausnahme dar. Insofern ist das Herangehen von Frank Hemm, der 308 Triathleten, die an zwei bedeutenden Wettkämpfen teilnahmen, auf deren zugeführte Gesamtenergiemenge befragte und die Ergebnisse durch Informationen zur Befindlichkeit der Probanden während des Wettkampfs sowie zu der erreichten sportlichen Leistung ergänzte, einen neuen, interessanten Untersuchungsansatz dar. Durch die genaue Aufzeichnung dieser Informationen gelang es Probandengruppen mit gleichen bzw. ähnlichen Nährstoffaufnahmemengen zu bilden, die wiederum mit gehäuft auftretenden Problemen und Mangelerscheinungen in Beziehung gesetzt wurden. In der Umkehr konnten auch die Gruppen ermittelt werden, die durch eine offensichtlich optimierte Nährstoffzufuhr die wenigsten Beschwerden provozierte sowie die über das beste subjektive Befinden berichteten. Daraus wurde auf optimale Substratzufuhrbereiche geschlussfolgert, die wiederum für die Vorbereitung und Gestaltung von Langzeitausdauerbelastungen bedeutsam sein können. Mit Blick auf eine Triathlon typische Belastung konnten sogar für die zwei Einzeldisziplinen Radfahren und Schwimmen optimale Nährstoffmengen pro Zeiteinheit ermittelt werden, die als Orientierung für zukünftige Wettkämpfe genutzt werden könnten, wobei auf die Begrenztheit der Untersuchungspopulation hingewiesen werden muss und die Ergebnisse durch weitere Studien zweifelsohne verifiziert werden sollten.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Ausdauersportarten |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Berlin
dissertation.de
2005
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| Ausgabe: | Berlin: dissertation.de, 2005. - 236 S.: Anh. |
| Seiten: | 236 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |