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Winning Tennis. Das Strategie- und Taktik-Buch

Wer wissen will, was es heißt, im Tennis das "Spiel zu lesen" und wie man durch die Nutzung dieser Zusatzinformationen zu einer besseren Leistung und zu größerem sportlichem Erfolg gelangen kann, der sollte dieses Buch zur Hand nehmen. Der Autor Rob Antoun will die Leser nämlich mitnehmen auf seiner Reise zu einem vertieften Verständnis dessen, was man aus den Aktionen, aus der Schlägerhaltung oder dem Stellungsspiel der sportlichen Konkurrenten erkennen kann. Es geht darum, die nächste Aktion, den nächsten Longline- oder Stoppball zu erkennen, diese Handlung, die Flugbahn des Balls zu antizipieren und damit zusätzliche Zeit für eine eigene erfolgreiche (Re)Aktion zu gewinnen. Die Möglichkeiten, durch ein geschultes Auge (denn über dieses Sinnesorgan werden die Informationen primär gewonnen) sich Vorteile zu erarbeiten, gibt es in allen Situationen eines Tennismatches. Schon bei der eigenen Aufgabe oder bei der Abwehr des gegnerischen Aufschlags ist es sehr hilfreich zu verstehen, worauf sich der Opponent vorbereitet: Will er den Aufschlag nach innen oder außen schlagen oder kann ich, bei eigenem Aufschlag, einen Vorteil aus der Schlägerhaltung meines Gegenspielers ziehen - wenn es mir gelingt, den Ball in bestimmter Weise zu schlagen. Wie verhalte ich mich beim ersten und beim zweiten Aufschlag oder womit kann ich den Gegner überraschen, indem ich einen für mich "untypischen" Aufschlag wähle. Und wie kann ich aus der Körperhaltung des gegnerischen Spielers Informationen über den von ihm vorbereiteten Return bekommen? Der dem Aufschlag unmittelbar folgende Ballkontakt bzw. Schlag, der Return, bietet ebenfalls eine Vielzahl von Varianten, die man auch in Abhängigkeit von den Informationen zur Position auf dem Spielfeld, der Schlägerhaltung oder den Vorlieben des Gegners auswählen sollte. Dabei geht es auch immer darum, Alternativen zu entwickeln, zu perfektionieren und zu automatisieren, die nicht so leicht zu antizipieren sind. Um den eigenen Return vorzubereiten sollte man erkennen, wie hoch der Gegner den Ball beim Aufschlag wirft und an welcher Stelle des Spielfelds hinter der Grundlinie er steht oder wie er seinen Schläger hält. Das Wissen darum kann in Informationsvorteilen münden, die dann wiederum entscheidend sind, um die eigene Antwort auf den Aufschlag erfolgreich zu gestalten. Gleiches gilt, wenn man genau den Return spielen will, von dem man annimmt, dass ihn der Gegner vermeiden will. Aus dem Spiel an der Grundlinie und am Netz kann man, wenn man darin geschult ist, ebenfalls Zusatzinformationen erlangen: Zum Beispiel durch das gezielte Nutzen von Schwächen des Gegners, wobei gerade Grundlinienduelle im Tennis durch die Wahl der richtigen Taktik entschieden werden. Für die Festlegung (und auch Änderung der Taktik im Spiel) sind es wieder die aus dem Spiel "gelesenen" Informationen, die von entscheidender Bedeutung sein können. Das betrifft zum Beispiel Informationen über typische Handlungsmuster des Gegners, zu Flughöhe, Flugweite, Fluggeschwindigkeit und Drall der geschlagenen Bälle oder dazu, ob Vor- oder Rückhandbälle gefährlicher sind oder besser zu returnieren sind. Ausgestattet mit diesen Informationen besteht das Ziel dann darin, den Gegner immer wieder in kritische Situationen zu bringen, aus denen heraus er Spielideen nicht umsetzen kann. Wie hält mein Gegner den Schläger und welche Schläge kann er damit ausführen? Wie sind beide Spieler im Doppel positioniert und wo kann ich eine Lücke für den eigenen Angriffsschlag finden? Wie muss ich meinen eigenen Schlag entsprechend vorbereiten, in dem ich mich in entsprechende Positionen begebe, die der Gegner auch nicht vermeiden kann? Der Informationsgewinn kann dabei sowohl bei einer defensiven Taktik als auch bei der Entscheidung für eine offensive Spielvariante entscheidend sein wie er auch unabhängig davon bedeutsam ist, ob ich am Netz oder von der Grundlinie aus agiere. Natürlich gibt es situationstypische Informationen, die "eingesammelt" werden müssen, um eigene erfolgreiche Spielaktionen zu initiieren, aber grundsätzlich gilt es, so viele Informationen so früh wie möglich (und das kann bereits in der Spielvorbereitung durch Videostudium beginnen) zu sammeln, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Wie man dazu im Tennis vorgeht, worauf man besonders achten sollte und wie man das Taktiktraining in die Trainingsplanung insgesamt einbaut, ist Gegenstand des vorliegenden Trainingsbuchs. Allerdings wird auch immer wieder deutlich, dass die zeitige Wahrnehmung allein nicht ausreicht, um ein Spiel zu gewinnen. Die eigenen konditionellen, koordinativen und technischen Fähigkeiten und Fertigkeiten müssen auch ein solches Niveau erreichen, um aus dem neuen Wissensvorrat auch wirklich erfolgreiche Aktionen auf dem Tenniscourt folgen zu lassen. Und insofern ist Taktiktraining immer untrennbar mit dem Training dieser konditionellen und koordinativen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verbinden.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Spielsportarten Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: München Copress 2013
Ausgabe:München: Copress Sport, 2013.- 143 S.
Seiten:143
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel