Utholdenshetstrening for langrennslopere
(Ausdauertraining für Skilangläufer)
Zusammenfassende Darstellung der inhaltlichen Schwerpunkte eines modernen Skilanglauftrainings:
Neben der Ausdauer als zentraler konditioneller Fähigkeit im Skilanglauf nimmt das maximale Sauerstoffaufnahmevermögen eine zentrale Position ein und sollte so entwickelt sein, dass beim Wettkampf durchschnittlich mindestens 90% von VO2max realisiert werden können. Obwohl es im Training zwischen diesen beiden Aspekten keine scharfe Trennlinie gibt, wird unterstrichen, dass Ausdauertraining nicht immer auch das Sauerstoffaufnahmevermögen optimal entwickelt. Ausserdem gilt es auch zu berücksichtigen, dass das Techniktraining nicht zu kurz kommt. Um VO2max zu beeinflussen müssen mindestens 60-70 % der maximalen Herzschlagfrequenz erreicht werden, bei einer höheren Intensität kann mit schnelleren Effekten gerechnet werden. Im Ausdauertraining kommt der sportartspezifischen Ausgestaltung eine entscheidende Bedeutung zu, da die Beziehung zwischen der O2-Aufnahme und der Muskulatur für das Ausdauerniveau bestimmend ist. Daraus ergibt sich die Forderung, im Training mit den Bewegungen zu arbeiten, die dann auch im Wettkampf zur Anwendung kommen. Das ist gerade im Skisport zeitweise schwierig, wenn kein Schnee für ein spezifisches Training zur Verfügung steht. Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass die Imitation der freien Technik auf dem Laufband nur zu einem Wert von 85-95% von VO2max führen (Analysen wurden beim Lauf bergan durchgeführt). Daraus ergibt sich, dass der auf dem Laufband ermittelte Wert nicht korrekt die tatsächliche Höhe von VO2max darstellt.
Hinsichtlich der Trainingsmethoden wird zwischen Intervalltraining und kontinuierlichem Training unterschieden. Ziel des Intervalltrainings ist es, einen großen Trainingsumfang mit hoher Intensität zu trainieren, während das kontinuierliche Training ausschließlich auf hohen Trainingsumfang orientiert. Intervalltraining ohne ausreichenden Trainingsumfang ergibt auch nicht die gewünschten Effekte. Die Belastungsphasen eines optimalen hoch intensiven Trainings dauern mindestens 12 Minuten und dürfen 50 Minuten nicht übersteigen. Wichtig ist, dass die einzelnen Belastungsphasen bis zum Ende mit der gleichen Intensität absolviert werden können. Hier können Herzschlagfrequenz oder auch Laktatmessungen hilfreiche Informationen liefern. In den Belastungsintervallen werden in Abhängigkeit von der zeitlichen Dauer noch einmal Belastungsspitzen gesetzt, die ebenfalls von der Dauer der Belastungsphase abhängen (30 sek. bis 3 Minuten bei 12-18 Minuten Belastungsphase und 2-6 Minuten bei Belastungsphasen von 18-30 Minuten.
Neben dem hoch intensiven Intervalltraining muss dem Training mit hohem Belastungsumfang ebenfalls der notwendige Raum gegeben werden. Im Hochleistungsbereich werden prozentuale Verhältnisse am Gesamttraining von 80 % mit niedriger Intensität und jeweils 10 % für mittlere und hohe Intensität angegeben, wobei der Anteil mit niedriger Intensität je nach Wettkampfdauer bzw. Streckenlänge zwischen 75-90 % variiert. Der hohe Anteil mit niedriger Belastungsintensität resultiert daraus, dass diese auf die Gesamttrainingszeit berechnet wird und selbst eine Intervalleinheit mit lockerem Aufwärmen beginnt, woraus sich auch für diese Einheit eine zeitliche Relation von 50:50 ergeben wird.
Die bisher höchsten Werte von VO2max, die in Norwegen ermittelt wurden, lagen bei 7 l/Min bzw. 90 ml/kg x Min und wurden nach mehrjährigem Training erreicht. Hinsichtlich des Trainingsumfangs geht der Autor davon aus, dass im Hochleistungsbereich mindestens 800 Stunden/Jahr trainiert werden muss, 1000 Stunden/Jahr wären aber besser.
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| Notationen: | Ausdauersportarten Trainingswissenschaft |
| Veröffentlicht in: | Skisport |
| Sprache: | Norwegisch |
| Veröffentlicht: |
Baerum
2005
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| Heft: | 7 |
| Seiten: | 52-55 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | mittel |