Einordnung der Olympischen Spiele 2012 in die Entwicklungen seit den Olympischen Spielen 2004 im Wasserspringen und Ableitung von Prognosen im Kunstspringen der Herren
Die aktuelle Leistungsspitze bei den Olympischen Spielen (OS) 2012 in London ist im Kunstspringen der Herren vom 3-m-Brett mit dem Gesamtergebnis von ERG = 555,76 Punkten gekennzeichnet. Der höchste Schwierigkeitsgrad betrug SKG = 21,5 Punkte. Die Bestleistung im Leistungsmerkmal Qualität wurde mit Q = 8,86 Punkten erreicht. Über alle Finalisten hinweg weisen Exzess (K = -0,3) und Schiefe ( = -0,47) auf eine leicht verbreiterte und in Richtung der Siegleistung verschobene Leistungsdichte hin. Die langfristigen Analysen zeigen, dass die Gesamtpunktzahl von den OS 2004 bis zu den OS 2008 gesteigert wurde. Bei den OS 2012 wurde das Niveau von 2008 erzielt. Durch Regeländerungen erhöhte sich dagegen der Schwierigkeitsgrad von den OS 2008 zu den OS 2012 signifikant, während bei der Qualität keine bedeutenden Änderungen nachweisbar waren. Mittels Detailanalyse konkurrierender Sprünge konnte im Kunstspringen der Herren vom 3-m-Brett ein Standardprogramm identifiziert werden. Auf dieser Basis werden die Kennziffern für kommende Weltereignisse prognostiziert. Die Prognose ergibt einen mittleren Schwierigkeitsgrad pro Sprung der Serie von SKG = 3,63 Punkten. Mit einer prognostizierten Qualität von Q = 8,83 Punkten ist ein Gesamtergebnis der Siegleistung von ERG = 577,35 Punkten zu erwarten. Abschließend werden auf Basis der längsschnittlichen Analysen übergeordnete Schlussfolgerungen für die Trainingspraxis abgeleitet.
The current peak performance in men's springboard diving at the 2012 Summer Olympic Games (OG) in London is marked by the total score of 555.76 points. The most difficult series of dives was shown with a degree of difficulty of DD = 21.5 points. The performance feature quality (i. e. mean judges score) amounted to Q= 8.86 points. The kurtosis (K = -0.3) and skewness (= -0.47) of the total score indicate a performance density slightly broadened and shifted towards the victory performance. The total scores increased significantly between the Olympic Games 2004 and the Olympic Games 2008. This level from 2008 was also achieved at the Olympic Games 2012. Due to rule changes, the difficulty significantly increased from the 2008 to the 2012 Olympic Games, whereas no significant quality changes could be found. By a detailed analysis of competing dives we could identify a standard programme as the basis for prognoses for future World Championships, World Cups and Olympic Games. The prognosis states an average difficulty per dive of the series of DD = 3.63 points. With an expected quality of Q = 8.83 points, a total result of 577.35 points for the peak performance can be expected for upcoming world events.
© Copyright 2012 Zeitschrift für Angewandte Trainingswissenschaft. Meyer & Meyer Verlag. Veröffentlicht von Meyer & Meyer. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Trainingswissenschaft technische Sportarten |
| Veröffentlicht in: | Zeitschrift für Angewandte Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Aachen
Meyer & Meyer
2012
|
| Online-Zugang: | https://open-archive.sport-iat.de/sponet/ZATW_2012_02_230_241_Koethe.pdf |
| Jahrgang: | 19 |
| Heft: | 2 |
| Seiten: | 230-241 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |