Sportverletzungen bei Wasserspringern: Eine epidemiologische Studie zur Lokalisation von Verletzungen bei Leistungssportlern
(Sports injuries in springboard divers: An epidemiological study on the localization of injuries in elite athletes)
Ziel der vorliegenden Studie war es, einen Überblick über Verletzungslokalisationen von Wasserspringern zu geben, die diesen Sport als Leistungssportler ausübten. Dazu wurden 61 Wasserspringer aus zwei Trainingsgruppen (Köln, Aachen) mit Hilfe eines Fragebogens befragt. Knapp die Hälfte von ihnen war weiblich (n=27, 44,3 %). Die Altersangaben reichten von "bis 8 Jahre" bis "über 20 Jahre". 19 der 61 Befragten (31,1 %) gehörten zum nationalen Wettkampfkader. Die mittlere wöchentliche Trainingsintensität lag bei 15,8 ± 8,1 Stunden. Die maximale Sprunghöhe wurde von 24 Athleten (39,3 %) mit 5 m angegeben, alle anderen Höhen (3; 7,5; 10 m) wurden zwischen 10 und 14 Mal genannt. Die am stärksten von Verletzungen betroffene Körperregion war bei 24 der 61 Sportlern (45,3 %) die der oberen Extremitäten. Seltener wurden Kopf und Hals (24,5 %), Untere Extremitäten (13,2 %) sowie Rumpf und Wirbelsäule (13,2 %) als die am stärksten betroffene Körperregion ermittelt. Mindestens 20 % der Probanden hatten folgende Verletzungen mindestens einmal erlitten (Reihenfolge nach der Häufigkeit der Nennungen): Prellung des Oberarmes (45,9 % der Probanden), "Blaues Auge" (41,0 %), Prellung Unterarm (37,7 %), Hämatom unter dem Auge (29,5 %), Verletzung von Hand oder Finger (26,2 %), Verletzung von Muskeln oder Sehnen des Armes (23,0 %), Verletzungen von Zehen (21,3 %).
Die Trainingsgruppen Köln und Aachen unterschieden sich deutlich in Bezug auf die Nennung einer Reihe von Verletzungen. In der Kölner Gruppe wurden ein "Blaues Auge", ein Hämatom unter dem Auge, eine Prellung des Oberarms oder des Unterarmes um mindestens 20 Prozentpunkte häufiger dokumentiert als in der Aachener Gruppe. Sportler aus Aachen gaben dagegen um mehr als 20 Prozentpunkte häufiger eine Verletzung der Halswirbelsäule an. Die mittlere Anzahl der genannten Verletzungslokalisationen war bei männlichen Sportlern mit durchschnittlich 4,6 ± 2,8 deutlich höher als bei weiblichen (3,2 ± 2,5). Dies betraf alle Körperregionen und war besonders ausgeprägt für die unteren Extremitäten (männlich: 1,1 ± 1,1 Verletzungen; weiblich: 0,4 ± 0,7 Verletzungen). Die am stärksten betroffene Körperregion war bei weiblichen Sportlern häufiger als bei männlichen die der oberen, bei männlichen häufiger als bei weiblichen die der unteren Extremitäten. Insgesamt waren, bezogen auf die Ausübungsdauer des Wasserspringens, 0,6 ± 0,5 Verletzungen pro Jahr und Athlet dokumentiert (männlich: 0,7 ± 0,6; weiblich: 0,5 ± 0,4). Mit zunehmender Trainings- und Wettkampfintensität sowie mit zunehmender maximaler Sprunghöhe stiegen Anzahl der Verletzungslokalisationen insgesamt sowie auch für die Körperregionen statistisch signifikant an. Ebenso war die Zugehörigkeit zum nationalen Wettkampfkader mit einer höheren Anzahl von Verletzungslokalisationen verbunden. Die Häufigkeit und Lokalisation von Verletzungen stimmte mit Ergebnissen ähnlicher Studien weitgehend überein. Unterschiede zwischen den Trainingsgruppen waren wahrscheinlich auf in diesem Rahmen nicht vermeidbare methodische Schwächen der Studie, Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf die bei männlichen Sportlern höhere Trainingsintensität zurückzuführen.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | biological and medical sciences technical sports |
| Language: | German |
| Published: |
Köln
Universität zu Köln
2011
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| Online Access: | http://doi.org/10.4126/38m-000000394 |
| Pages: | 82 |
| Document types: | dissertation |
| Level: | advanced |