Spezifik und Zeitpunkt schwerwiegender Verletzungen und Überlastungen der Schulter im Elite-Wasserball

(Specifity and moment of severe shoulder injuries in elite waterpolo)

Zusammenfassung Hintergrund: Wasserball kombiniert die Belastungen einer Überkopf- und Wurfsportart mit denen einer Kontaktsportart, was im Elite- und Profibereich mit einem hohen Aufkommen an Schulterverletzungen assoziiert ist. Die Frage nach der Möglichkeit der Vermeidung schwerer Schulterverletzungen ist Hintergrund dieses Verletzungs-Monitorings. Material und Methoden: Bei jährlich 20 Elite-Wasserballern wurde über 96 Monate ein prospektives Verletzungs-Monitoring durchgeführt. Einbezogen wurden schwerwiegende Schulterschäden mit einer Trainings- und Wettkampfpause von mindestens 28 Tagen. Für diese Verletzungen wurden folgende Parameter registriert: saisonaler Zeitpunkt des Auftretens, exakte Spezifikation der Diagnose mit Unterscheidung zwischen traumatischer Verletzung und Überlastungsschaden sowie Zuordnung zu Diagnose-Clustern, Erfassung von konservativer und operativer Therapie sowie Dauer der Trainings- und Wettkampfpause. Häufigkeiten und Time loss der spezifischen Schulterverletzungen wurden absolut und kumuliert dargestellt. Der statistische Vergleich auf Gruppenunterschiede im Gesamtzeitraum und im Saisonverlauf erfolgte durch Wilcoxon-Test, Chi-Quadrat-Test und exakten Test nach Fisher. Ergebnisse: Bei insgesamt 51 schweren Schulterverletzungen waren 11 traumatische Verletzungen und 40 Überlastungsschäden festzustellen. Jährlich bestand ein Median von 6 (Spanne 3-10) schweren Ereignissen, die zu einem mittleren Time loss von 328 Tagen führten. Überlastungen (n=40) traten häufiger auf als traumatische Verletzungen (n=11). In 9 Fällen war eine operative Therapie erforderlich. Traumatische Verletzungen traten am häufigsten im Mai und im Juli auf; die kumulierte Sportunterbrechung dadurch summierte sich auf 1033 Tage und betrug durchschnittlich 94 Tage (35-189) pro Verletzung. Die überproportional im September auftretenden Überlastungsschäden führten zu einem kumulierten Time Loss von 1592 Tagen in der Kohorte - durchschnittlich 40 Tage (29-119) pro Verletzung. Schlussfolgerung: Im Elite-Wasserball sind schwere Schulterverletzungen häufig und führen zu erheblichen Ausfallzeiten. Traumatische Schulterverletzungen häufen sich zu den saisonalen Wettkampfhöhepunkten und stellen zumeist Indikationen zur operativen Behandlung dar. Überlastungsschäden führen zu insgesamt höheren Ausfallzeiten und ereignen sich überproportional häufig während der Saisonvorbereitung. Diese könnten durch Präventionsprogramme erfolgreich reduziert werden.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:sport games biological and medical sciences
Published in:Sports Orthopaedics and Traumatology
Language:German
Published: 2024
Online Access:https://doi.org/10.1016/j.orthtr.2024.05.005
Volume:40
Issue:3
Pages:256-267
Document types:article
Level:advanced