4044591 Highlight

Kommunikation zwischen Trainer und Athlet - Strategien der Gesprächsführung im Spitzensport

Die vorliegende Arbeit hat sich sowohl theoretisch als auch empirisch mit der Fragestellung beschäftigt, welche Funktion Einzelgespräche zwischen Trainer und Athlet im Spitzensport haben. Bereits der Forschungsstand bestätigte die grundlegende Problemstellung hinsichtlich der Bedeutung von Gesprächsführung im Sport. Er offenbart ein vielschichtiges Bild aus teils grundverschiedenen Forschungsperspektiven. Es wurde außerdem deutlich, dass der sportwissenschaftlichen Forschung eine entsprechend ausführliche Auseinandersetzung mit der Thematik insbesondere aus sportsoziologischer Perspektive fehlt. Mit dem Ziel, die sportlich relevanten Hintergründe und Zusammenhänge der direkten und persönlichen Kommunikationsform Einzelgespräch aufdecken zu können, wurde auf der Basis einer weitreichenden und ausführlichen Theorieanalyse eine empirische Untersuchung geplant und durchgeführt. Den Ausgangspunkt der theoretischen Überlegungen bildeten Gedanken zu einer erkenntnistheoretischen Grundposition. Mit Hilfe der soziologischen Systemtheorie wurde die Ausrichtung formuliert, beobachtete Objekte in Beziehung zueinander zu setzen, um sich sozialen Prozessen im Rahmen einer angemessen reduzierten Komplexität analytisch nähern zu können. In ihrer Anwendung auf einer mikrosoziologischen Ebene wurde dazu der theoretische Rahmen der Systemtheorie an entscheidenden Punkten konkretisiert und erweitert. Für eine Beobachtung und Einordnung der Kommunikationsprozesse in Einzelgesprächen wurde deshalb einerseits das grundlegende systemtheoretische Verständnis von Kommunikation um Aspekte der konstruktivistischen Kommunikationstheorie ergänzt. Andererseits wurde der funktional-strukturelle Ansatz der Systemtheorie mit Hilfe einer interaktionstheoretischen Diskussion auf die Analyse einer dynamischen Auseinandersetzung des Individuums mit sozialen Strukturen vorbereitet und ausgerichtet. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit bieten Anlass für weitere theoretische Reflexionen zur Rolle des Trainers im Rahmen einer spitzensportlichen Leistungsentwicklung und Leistungsentfaltung. Angesichts der vielschichtigen Komponenten, die Interaktionsgeschichten und Kommunikationsprozesse im Spitzensport bestimmen können, öffnet sich die Diskussion in Richtung einer differenzierten Beschreibung des Athleten als das Medium dieser Kommunikation. In Anlehnung an Gedanken von Niklas Luhmann (2004) zum Erziehungssystem verspricht eine erweiterte Mediendiskussion wertvolle Erkenntnisse für eine Gestaltung von Kommunikation zwischen Trainer und Athlet im Sinne des hier vorgestellten Codes verbessern/verschlechtern von Lars Tore Ronglan. VOM AUTOR ÜBERNOMMEN
© Copyright 2017 Veröffentlicht von Universität Tübingen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Spielsportarten Sozial- und Geisteswissenschaften
Tagging:Kommunikation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Tübingen Universität Tübingen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät 2017
Online-Zugang:http://hdl.handle.net/10900/75708
Seiten:449
Dokumentenarten:Dissertation
Level:hoch