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Interactions of players' decision-making process in ball-games tactics

Sportler in Mannschaftssportarten müssen meist unter Zeitdruck und mit wenigen Informationen entscheiden, ob sie auf das Tor werfen oder zu einem Mitspieler passen. Diese Entscheidungen wurden bisher mit Top-down-Prozessen (kognitionsgesteuert) und Bottom-up-Prozessen (wahrnehmungsgesteuert) beschrieben. Außerdem wurde gezeigt, unter welchen Bedingungen einer der Prozesse das Verhalten besser erklärt als der andere. Der Schwerpunkt der Forschung lag bisher vor allem darin, die Prozesse von einander zu unterscheiden, und weniger darin, ihre Wechselwirkungen zu betrachten. In dieser Arbeit werden vier mögliche Interaktionstypen von Top-down- und Bottom-up-Prozessen präziser beschrieben, die für das taktische Entscheidungsverhalten von Sportspielern modelliert wurden. Am Beispiel experimenteller Befunde von Entscheidungsprozessen in taktischen Sportspielsituationen soll ein Beitrag zum Verständnis der Wechselwirkung von Top-down- und Bottom-up-Prozessen in Abhängigkeit von den Umweltanforderungen erzielt werden. Zwei Experimente werden vorgestellt, in denen die Versuchspersonen in einfachen Situationen eine konkurrierende Interaktion und in komplexen Situationen eine kooperierende Interaktion von Top-down- und Bottom-up-Prozessen für Entscheidungen benutzen. Die Ergebnisse bestätigen die konkurrierende Wechselwirkung der Entscheidungsprozesse. Aus diesem Grund wird empfohlen, dass das Taktiktraining im Sportspiel den Einsatz der Entscheidungsprozesse in Abhängigkeit von den Anforderungen der Umwelt steuert.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:social sciences sport games
Published in:Psychologie und Sport
Language:German
Published: 2002
Edition:Schorndorf 9(2002)4, S. 145 - 158, 2 Abb., 42 Lit.
Online Access:http://psychologie-und-sport.org
Document types:article
Level:advanced intermediate