Golf Anatomie. Der vollständig illustrierte Ratgeber für mehr Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer im Golf

Der Popularitätsboom des letzten Jahrzehnts, der letztlich zur Aufnahme ins olympische Programm führte, hat die Sportart Golf aus der Nische, eine elitäre Freizeitbeschäftigung zu sein, geführt. Inzwischen ist das Interesse weltweit und nicht nur in wohl situierten Kreisen, sondern der Golfsport hat Anhänger in allen sozialen Schichten, in allen Altersklassen, er ist von den Medien "neu" entdeckt worden und auch die Profession der Golfspieler und ihrer Trainer und der sie begleitenden Experten hat neue Facetten hinzugewonnen. Eine in vielen anderen Sportarten in jüngerer Vergangenheit ablaufende Verwissenschaftlichung von Training und Wettkampf ist auch im Golf als Folge seiner dynamischen Entwicklung zu sehen. Medizinisches, anatomisches und physiologisches Wissen ist dabei genauso gefragt wie trainingsmethodische Erkenntnisse. Dabei wird bei einer genaueren Beschäftigung mit dem Golf deutlich, dass die Leistungsstruktur sehr komplex, die Leistungsfaktoren sehr unterschiedlich sein. In der Sportart ist - natürlich möchte man sagen - Bewegungsgenauigkeit (um Golfbälle einerseits über mehrere hundert Meter auf das Grün zu transportieren oder die letzten Zentimeter bis zum Hole perfekt zu überwinden) gefragt, aber ebenso Kraft und Schnellkraft gerade für die langen Distanzen, und, angesichts einer Wettkampfdauer von mehreren Stunden, darf der Ausdaueranteil der sportartspezifischen Leistung nicht unterschätzt werden. Die sich daraus ergebende Konsequenz im Leistungsgolf ist ein spürbarer Bedeutungszuwachs für das allgemeine, konditionelle Training auf der Basis entsprechenden Fachwissens, das Medizin und Trainingswissenschaft, Biomechanik und Sportpsychologie verknüpft und passfähige individuelle Trainingsprogramme entstehen lässt. Dabei wird zunehmend zwischen dem Off-Season-Training zur Entwicklung der allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit, dem Training zwischen den verschiedenen Golfturnieren und der Konditionierung während der Turniertage unterschieden. Hier finden auch die beiden Autoren der Golfanatomie, Craig Davies und Vince DiSaia, ihren Ansatzpunkt. Sie gehen gezielt von den anatomischen Voraussetzungen des Menschen für die Ausführung des Golfschwungs, der zentralen sportartspezifischen Technik aus, und widmen sich davon ausgehend dem Training der Körperpartien, die an einem technisch korrekten Bewegungsablauf beteiligt sind. Dabei erkennt der Leser sehr schnell, dass eine im ersten Augenblick einfach erscheinende Bewegung bei wissenschaftlich genauer Betrachtung sehr komplex, sehr vielschichtig und entsprechend anspruchsvoll ist. Golfspieler müssen sich deshalb um eine gute Beweglichkeit kümmern, müssen aber in der Bewegung auch eine körperliche Stabilität entwickeln, die ihnen die notwendige Konstanz in der Bewegungsausführung sichert. Weitere zentrale Trainingsthemen sind die hoch entwickelte Gleichgewichtsfähigkeit und ein damit verbundenes sensibles Körperbewusstsein und -empfinden. Letztlich gehört eine gut ausgeprägte und technisch effektiv eingesetzte Schnellkraft auch zum Repertoire eines jeden Golfspielers (und das auch unabhängig vom individuellen Leistungsvermögen). All diese Themen gehören in das Programm der langfristigen Leistungsentwicklung, sie haben aber auch deshalb ihre Berechtigung, weil sie einen Beitrag zur Gesunderhaltung, zur Verletzungsprävention und zur langfristigen Belastbarkeit leisten. Diese Motive finden sich auch immer wieder im vorliegenden Buch, beginnend mit der anatomische Vorstellung der verschiedenen Schwungphasen im Golf und den dabei vor allem beanspruchten Muskeln und Gelenken. Daran schließt sich die Kombination von verbalen Erklärungen und grafischen Illustrationen von sportarttypischen Teilbewegungen und dazu passenden Trainingsübungen an, die so ausgewählt wurden, dass gleiche Muskeln belastet, trainiert werden. Daran wird deutlich, warum und wie jede der Trainingsübungen einen Beitrag zur sportartspezifischen Leistung liefern kann. Natürlich gibt es eine detaillierte Beschreibung des technischen Ablaufs jeder Übung und es werden Übungsvarianten vorgestellt, mit denen das Training abwechslungsreich gestaltet werden kann. So können Golfer gezielt an muskulären Schwächen arbeiten, die sie im Training und Wettkampf ausgemacht haben, können sich aber auch darum kümmern, die entscheidenden Hauptmuskelgruppen im Golf regelmäßig zu trainieren. Insgesamt ist diese Sammlung so umfangreich und differenziert, dass sie Golfer in den unterschiedlichen Trainingsperioden Anregungen und Vorschläge machen kann, sie kann von Golfspielern mit unterschiedlichem Leistungsniveau genauso zum Einsatz gebracht werden wie von Übungsleitern oder Trainern in den Altersklassen vom Kind bis zum Senioren.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Spielsportarten Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: München Copress 2011
Ausgabe:München: Copress Sport, 2011. - 185 S.
Seiten:185
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel