Analysen des nationalen und internationalen Leistungsniveaus der Skispringer im Olympiazyklus 2002-2006

Auf der Basis ausgewählter Ergebnisse der kontinuierlichen, prozessbegleitenden Forschung im Olympiazyklus 2002-2006 werden die abgeleiteten Entwicklungstendenzen der Weltspitze und im Vergleich dazu der Stand der deutschen Athleten dargestellt. Die deutschen Skispringer besitzen gegenüber der Weltspitze in den leistungsbestimmenden biomechanischen Faktoren Anfahrtsgeschwindigkeit und aerodynamische Flugqualität deutliche Nachteile. Diese Nachteile, vor allem die Rückstände in der aerodynamischen Flugqualität, werden wesentlich durch die sportliche Technik bestimmt und führen bei den deutschen Athleten zu den entscheidenden Weitenverlusten. In dem Faktor vertikale Absprunggeschwindigkeit haben die deutschen Athleten im Mittel keine Rückstände zur Weltspitze. In der Gestaltung der Absprung-Übergangs-Phase zeigt die absolute Weltspitze Körperhaltungen mit sehr kleinen Unterkörper- oder sehr kleinen Oberkörperwinkeln, die günstige Ausgangsbedingungen für die Einnahme einer aerodynamisch zweckmäßigen Flughaltung darstellen. In diesem Bewegungsabschnitt erzielen die deutschen Skispringer durch größere Körperwinkel ein geringeres Drehmoment und damit ungünstigere Ausgangsbedingungen für einen zweckmäßigen Flug. Based on selected results of our counselling ski jumping research during the Olympic cycle 2002-2006 the paper presents performance trends for the international top in comparison to the level of performance of the German top athletes. Compared to the best ski jumpers in the world the German jumpers show significant shortcomings in the biomechanical factors in-run velocity and aerodynamic flight quality. These shortcomings, primarily with respect to aerodynamic flight quality, are essen-tially influenced by jumping technique. As a consequence of them the jumps of the German athletes are shorter than the jumps of their opponents. In vertical take-off velocity (mean value) the German athletes can compete with the international top jumpers. The body position of the very best ski jumpers in the take-off - transition phase is characterized by very small lower body and upper body angles creating favourable initial conditions for aerodynamically favourable flight positions. Caused by greater body angles the German jumpers produce a smaller angular momentum during that movement phase and consequently unfavourable initial conditions for an effective jump/flight.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Kraft-Schnellkraft-Sportarten Trainingswissenschaft
Veröffentlicht in:Zeitschrift für Angewandte Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Aachen Meyer & Meyer 2006
Online-Zugang:https://open-archive.sport-iat.de/sponet/Turin_Skisprung.pdf
Jahrgang:13
Heft:1
Seiten:137-153
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch