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Stressreduktion im Leistungssport durch die pädagogisch-psychologische Methode der Introvision: eine theoretische und empirische Untersuchung am Beispiel des Segelsports

Der Gegenstand dieser Untersuchung ist der Einsatz und die Evaluation des von A.C. Wagner (2007) entwickelten Interventionsverfahren Introvision als Stressreduktionsverfahren im Hochleistungssegelsport. Die vorliegende Arbeit ist im Allgemeinen dem größeren Feld der Stress- und Stressbewältigungsforschung zuzuordnen. Die zentrale Frage ist die Frage nach der Entstehung, Bewältigung und Prävention von Stress im Leistungssport, speziell bei Wettkämpfen, also in Leistungssituationen. Dabei ist der Rahmen dieser Untersuchung weiter gesteckt als die rein empirische Evaluation der Wirksamkeit der Introvision als Stressinterventionsverfahren. Um die Frage zu beantworten, ob und wie die Introvision als Stressreduktionsverfahren wirkt, werden insbesondere die theoretischen Grundlagen der Introvision ausführlich diskutiert und auf Anschlussstellen mit Stresstheorien abgeklopft. Ein weiteres Ziel dieser Arbeit ist es daher, die Interventionsmethode Introvision und die ihr unterliegenden Theorien im stresstheoretischen Diskurs zu verordnen. Es soll nach einer Antwort auf die Frage nach dem spezifischen Beitrag, den die Introvision für die Stressforschung leisten kann, gefahndet werden. Gleichzeitig soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass eine Anzahl der Arbeiten im Kontext des Interventionsverfahren Introvision auf das Phänomen Stress und den Umgang mit Stress in Leistungssituationen Bezug nehmen. Dies geschieht meist implizit und en passant, ohne dabei den Zusammenhang der Wagnerschen Theoriebildung mit spezifischen Aspekten des stresstheoretischen Diskurs (und umgekehrt) auszubuchstabieren (s. Berckhan, 1989; Buth, 2008; Iwers-Stelljes, 2008, 2005; Lauterbach, 1994; Meuche, 1989; Mikoleit, 2006; Möller, 2008; Pertersitzke- Belz, 1996; Schöning, 2002; Struck, 2006; Wagner, 1987a). Diesem Mangel soll ansatzweise abgeholfen werden. Die Arbeit ist in zwei Teile untergliedert. Im ersten Teil, dem theoretischen Teil, findet eine eingehendere Beschäftigung mit dem Phänomen Stress statt. Dazu wird auf der einen Seite insbesondere der transaktionale Strang der Stressforschung sowie die sportpsychologische Rezeption relevanter Aspekte der Stressforschung dargestellt. Weiterhin werden ausgewählte sportspezifische Interventionsprogramme zur Stressreduktion referiert (Kap. 1). Auf der anderen Seite findet eine differenzierte Darstellung und Erörterung der der untersuchten Interventionsmethode Introvision zugrunde liegenden Theorien statt (Kap. 2). Dies geschieht auf dem Hintergrund der Annahme, dass diese Theorien differenzierte Aussagen über zentrale Komponenten von psychologischem Stress ermöglichen (Kap. 3). Diese Aussagen können, so die hier vertretene These, einen spezifischen Beitrag zur Beschreibung und Erklärung der kognitiven Komponente im Stressgeschehen leisten. Daneben kann für die ausführliche Würdigung der einzelnen theoretischen Konstruktionen auch hier ein Mangel als Begründung für dieses Vorgehen geltend gemacht werden: Von den Arbeiten, die sich im Kontext des Interventionsverfahren Introvision ansiedeln, befassen sich lediglich eine geringe Zahl von Publikationen (so z.B. Iwers-Stelljes, 1997, 2008; Wagner, 2003, 2007) ausführlich mit den theoretischen Grundlagen der Introvision. Ein weiteres Ziel dieser Arbeit ist der Einsatz und die Evaluation der Interventionsmethode Introvision als Verfahren zur Verringerung von Stress im Kontext des Leistungsports. Im zweiten Teil der Arbeit werden daher die im theoretischen Teil entwickelten Thesen im Rahmen einer quasi-experimentellen Feldstudie der empirischen Untersuchung zugeführt. Kapitel 4 benennt die aus dem theoretischen Teil abgeleiteten Hypothesen. Kapitel 5 veranschaulicht die durchgeführte empirische Untersuchung. In Kapitel 6 werden die Ergebnisse der Untersuchung wiedergegeben und in Kapitel 7 diskutiert. Kapitel 8 fasst die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammen. Innerhalb der Arbeit werden zentrale Annahmen der dargestellten Theorien und Modelle beispielhaft erläutert. Um die Verbindung zum Bereich des Wettkampfsports zu erleichtern, werden die Beispiele unter Bezugnahme auf (segel-)sportliche Situationen veranschaulicht.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:technische Sportarten Sozial- und Geisteswissenschaften
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg 2010
Ausgabe:Hamburg: Universität Hamburg, 2010.- 257 S.
Online-Zugang:http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/5197/
Seiten:257
Dokumentenarten:Dissertation
Level:hoch