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Funktionsgymnastik im Regattasegeln und -surfen

(Functional gymnastics in yachting and surfing)

Das Segeln/Surfen unter wettkampforientiertem Aspekt stellt neben der Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit hohe Anforderungen an die Kraftausdauer sowie die Schnellkraft. Dabei bildet die Kraftausdauerfähigkeit den entscheidenden Faktor. Im Segeln/Surfen dominiert die statische Muskelbeanspruchung, insbesondere der Arm- und Schultergürtel sowie der Bauch-, Rücken- und Oberschenkelmuskulatur. Diese Form der Muskelbeanspruchung ist durch starke und vor allem langandauernde Muskelspannungen zur Aufrechterhaltung einer bestimmten Körperhaltung bzw. Segel und Bootsstellung gekennzeichnet. Durch die dauerhafte Anspannung der Muskeln (Kontraktion) wird die Blutzufuhr zum Teil abgeklemmt, was zu einer Unterversorgung des Muskels mit Blut führt. Dadurch ermüdet die Muskulatur sehr schnell; häufig kann es sogar zum Muskelkrampf kommen. Im Surfen beispielsweise betrifft dies vor allem die Unterarmmuskulatur. Ziel des Trainings ist es, die Kraft der betreffenden Muskulatur zu steigern und gleichzeitig ihre Ausdauer, d. h. ihre Ermüdungswiderstandsfähigkeit zu verbessern. Aus orthopädischer Sicht sind die vielfältigen Körperverwringungen, Biegungen und Stöße beim Segeln/Surfen von Bedeutung, die von der Wirbelsäule als zentrale Funktionseinheit aufgefangen werden müssen. Besonders empfindlich sind die Übergänge der einzelnen Wirbelsäulenabschnitte (insbesondere Lendenwirbelsäule - Kreuzbein) gegen Belastung unter Drehung und Biegung. Ein extremes Beanspruchungsmuster hierfür stellt die Ausreitposition des Seglers dar. Verschiedene Autoren (u.a. RIECKERT) stellten Bewegungseinschränkungen im Bereich der Wirbelsäule bei Leistungsseglern fest, die zwangsläufig zu Fehlbeanspruchungen führen müssen. Eine möglichst frühzeitige Kräftigung der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur bereits im Jugendalter kann dieser Entwicklung vorbeugen. Bedeutung der Funktionsgymnastik Sportliche Betätigung sowie vor allem ein intensives Krafttraining führen zu einer Verkürzung der Muskulatur. Daher Ist es notwendig, nach derartigen Beanspruchungen auch ein ausreichendes Dehnungsprogramm für die betroffene Muskulatur durchzuführen. Dabei werden hinsichtlich Aufbau und Funktion zwei Muskeltypen unterschieden: 1. Aktionsmuskulatur (phasische Muskulatur): Hierzu gehört die gesamte Muskulatur der Extremitäten, die für dynamische Bewegungsabläufe verantwortlich ist; sie neigt eher zur Abschwächung der Kraft. 2. Fixationsmuskulatur (tonische Muskulatur): Die Fixationsmuskulatur erfüllt vornehmlich Haltefunktion und ist am Rumpf (Bauch- und Rückenmuskulatur) zu finden; sie neigt eher zur Verkürzung. Aufgrund der sportartspezifischen Beanspruchung bietet sich für den Segler/Surfer ein Training hinsichtlich der Verbesserung von Kraft- und Ausdauerfähigkeiten an.

Bibliographic Details
Subjects:
Notations:technical sports
Language:German
Online Access:http://www.dsv.org/PDF/Lehrbrief_1_95Gesamt.pdf
Document types:electronical publication
Level:intermediate