Trainingseffekte eines reaktiven Sprungkrafttrainings bei Handballern in Bezug auf die Sprunghöhe und die Kraftentfaltung des Musculus triceps surae

Zusammenfassung Hintergrund: Studien zeigen die Veränderungen der spielerischen und athletischen Anforderungen im modernen Handball. Das Spiel hat deutlich an Schnelligkeit, Kraft und Dynamik gewonnen. Das Sprungkrafttraining findet daher immer mehr Bedeutung in der Trainingssteuerung der Athleten. Auch aufgrund dieser Entwicklungen zählt Handball zu den verletzungsanfälligsten Sportarten, wobei die untere Extremität am häufigsten betroffen ist. Das reaktive Sprungkrafttraining wird mittlerweile nicht nur im Training eingesetzt, sondern auch immer mehr im Rahmen von Präventionsmaßnahmen, um Verletzungen im Handballsport vorzubeugen. Ziel dieser Studie war es, die Effektivität eines reaktiven Sprungkrafttrainings bei Handballspielern zu untersuchen. Material und Methode: 21 Landesliga-Handballspielern wurden randomisiert in eine Interventionsgruppe (n=12) und in eine Kontrollgruppe (n=9) eingeteilt. Die Interventionsgruppe absolvierte ein sechswöchiges reaktives Sprungkrafttraining, die Kontrollgruppe ein a-spezifisches Trainingsprogramm. Als Messparameter dienten Sprunghöhe (Squat und Countermovement Jump) isokinetische und isometrische Maximalkraft und die Muskelaktivität. Ergebnisse: Das reaktive Sprungkrafttraining zeigte signifikante Verbesserungen der Sprunghöhe im Vergleich zwischen der Interventions- und Kontrollgruppe. Die isometrischen und isokinetischen Maximalkraftmessungen sowie die elektromyografischen Aktivitäten des Musculus triceps surae belegten zwar eine Verbesserung der Werte innerhalb der Interventionsgruppe, jedoch waren diese im Vergleich zur Kontrollgruppe nicht signifikant. Ebenso korrelierten beide Sprünge mit der mittels Elektromyografie dargestellten Muskelaktivität des M. soleus. Einen mittelstarken Zusammenhang konnte zwischen der isokinetischen Maximalkraftmessung und der elektromyografischen Aktivität des M. soleus und M. gastrocnemius medialis festgestellt werden. Des Weiteren ergaben die Korrelationen von isometrischer und isokinetischer Maximalkraftmessungen einen starken Korrelationskoeffizienten. Schlussfolgerung: In der Studie konnte ein signifikanter Anstieg der Sprunghöhe nach reaktivem Sprungkrafttraining ermittelt werden. Die Kraftentfaltung zeigt keine Signifikanzen im Vergleich der beiden Gruppen. Es konnten jedoch Zusammenhänge aufgezeigt werden, die eine genauere Untersuchung zu dieser Fragestellung als sinnvoll und interessant erscheinen lassen. Als ein interessantes Forschungsfeld könnte sich die Fragestellung nach der Effektivität des reaktiven Sprungkrafttrainings als Rehabilitations- und Präventionsmaßnahme ergeben. Autorreferat
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Spielsportarten Trainingswissenschaft
Veröffentlicht in:Sportverletzung Sportschaden
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2015
Online-Zugang:https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0041-106947
Jahrgang:29
Heft:4
Seiten:236-243
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch