Beweglichkeit der Wurfarmschulter sowie isometrische Kraftentwicklung und ihre Veränderungen unter Trainings- und Saisonbedingungen beim semi- /professionellen Handballsportler Teil I: Veränderungen in der Saisonvorbereitungsphase
Zusammenfassung
Die Rotationsfähigkeit einer Wurfarmschulter und deren Entwicklung bzw. Veränderungen in der Saisonvorbereitungsphase sowie im Saisonverlauf bei semi-/professionellen Handballern wurde bisher nur in einzelnen Arbeiten untersucht oder erwähnt. Zur (in unserem Fall isometrischen) Kraftentwicklung liegen keine Daten vor. Dabei liefern gerade für das Schultergelenk des Überkopf- und Wurfsportlers Untersuchungen eine Evidenz, dass Einschränkungen der Rotationsbeweglichkeit ein Risikofaktor für strukturelle Verletzungen am Schultergelenk sind.
Material und Methoden
Bei 27 semi-/professionellen Handballern (3. Handball-Liga) wurde in einer intraindividuellen Longitudinal-Untersuchung die Rotationsbeweglichkeit und isometrische Kraft der Wurf- und Nichtwurfschulter vor Beginn (MZP 1) und am Ende (MZP 2) der Saisonvorbereitung (VP) untersucht.
Ergebnisse
Die Innenrotation (IRO) der Wurfarmschulter (WA) war zu beiden Messzeitpunkten (MZP) signifikant geringer im Vergleich zur Nichtwurfarmschulter (NWA). Hingegen war die Außenrotation (ARO) der WA signifikant größer als die der NWA. Seitens der Parameter tROM und GIRD war keine signifikante Veränderung im Verlauf der VP zu beobachten. Hingegen verringerte sich die kompensatorische Außenrotationserweiterung (=ERG) während der VP signifikant. Die isometrische Kraftentwicklung am MZP 1 war in der IRO und ARO an der WA größer im Vergleich zur NWA. Im Verlauf der VP ließ sich eine signifikante Reduktion der Kraft in IRO am WA ermitteln. Die isometrische Kraftentwicklung in ARO verringerte sich ebenfalls signifikant an der WA.
Schlussfolgerungen
Zum MZP 2 (nach 6 Wochen) war eine pathologische und signifikante Veränderung der Rotationsfähigkeit auch hinsichtlich eines vorbestehenden GIRD oder kompensatorischer Außenrotationsfähigkeit nicht feststellbar, auch wenn sich die ERG am MZP 2 am Wurfarm reduzierte. Die isometrische Kraft am WA war in der IRO zum MZP 2 signifikant reduziert. Alle Veränderungen deuten eher auf Adaptations-/Belastungsprozesse des Schultergelenkes im Rahmen der Trainingsbelastungen hin.
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Trainingswissenschaft Spielsportarten |
| Veröffentlicht in: | Sport-Orthopädie - Sport-Traumatologie |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2014
|
| Online-Zugang: | http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0949328X14000465 |
| Jahrgang: | 30 |
| Heft: | 3 |
| Seiten: | 238-248 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |