Importance of alimentary factors for providing energy needs of weightlifting athletes

(Die Bedeutung von Ernährungsfaktoren für die Absicherung der energetischen Bedürfnisse von Gewichthebern)

Ernährung und Nahrungsgleichgewicht spielen eine wichtige Rolle für das Erreichen sportlicher Leistungen und eine erhöhte Trainingswirkung bei Schwerathleten. Es geht dabei nicht ausschließlich um das Wiederauffüllen verbrauchter Energien, sondern auch um eine Induktionswirkung der Nahrungsbestandteile auf die Aktivierung von Stoffwechselprozessen während spezifischer sportlicher Belastungen, z.B. zur Erhöhung der Muskelmasse oder im Krafttraining in der Schwerathletik. Protein: In Kraftsportarten, in denen es darauf ankommt, Kraft und Muskelmasse zu entwickeln, wird eine Proteinaufnahme von 1,26 - 2,0 g/kgKG empfohlen. Davon abweichende Proteinaufnahmen beeinflussen die sportliche Entwicklung negativ, insbesondere durch eine Zerstörung des Kraft-Ausdauer-Verhältnisses. Mit zunehmendem Training sinkt der Proteinbedarf. So sollte die Proteinaufnahme in der Anfangsphase etwa 40% höher sein als später bei einem erfahrenen Sportler. Während des regulären Trainings vor Wettkämpfen sollte mindestens 5 Mal täglich eine Aufnahme proteinreicher Nahrungsmittel erfolgen, was die sportliche Leistung bis zu 7-10% steigern kann. In der Wettkampfperiode empfiehlt sich eine spezielle Diät. Achtung: Überdosen in der Proteinaufnahme (>3 g/kgKG) können zu Störungen der Leber- und Nierenfunktion führen. Kohlenhydrate: Sie stellen wichtige energetische Substanzen für die Ausübung der Muskeltätigkeit dar. Effektive körperliche Aktivität ist nur unter ausreichenden Glykogenvorräten möglich. KH sind die effektivste Energiequelle, da sie im Körper mit und auch ohne Sauerstoff oxydiert werden können. Sie sind daher besonders in Situationen zeitweiligen Sauerstoffmangels im Körper infolge intensiven oder langandauerenden Trainings die beste Energie- quelle. Während intensiver Belöastung vollzieht sich die Muskelglykogenutilisation sehr schnell (2-3 Stunden bei Dauerbelastung). Schwerathleten müssen deshalb in Phasen intensiven Trainings ihre KH-Aufnahme von 50-60% auf 70-80% erhöhen. In der Praxis liegt hier häufig großer Nachholebedarf: Unzureichende KH-Aufnahme resultiert in unzureichenden Ergebnissen in Training und Wettkampf. Allerdings sollte die KH-Aufnahme beobachtet werden, da verschiedene Studien gezeigt haben, daß hohe Mengen KH in der Nahrung die Fähigkeit des Körpers, verschiedene Xenobiotika zu oxydieren, herabsetzt. Fette: Bei anhaltendem intensiven oder Krafttraining kommt der Fettaufnahme besondere Bedeutung zu. Bereits 1 kg Fettgewebe ist ausreichend für die Energiebereitstellung an einen Sportler über 10-20 Stunden, sofern nur Fette verstoffwechselt werden. Sportler verfügen daher in der Regel über ausreichende Energiereserven, auch für anhaltende schwere körperliche Belastung und auch in Extremsituationen. Vitamine: Auch im Vitaminstoffwechsel treten unter hoher (intensiver) Belastung Veränderungen auf, der Vitaminbedarf steigt deutlich an. Wasserlösliche B-Vitamine sind am Aufbau von Enzymen beteiligt, dies fördert den Energieverbrauch bei Muskelaktivität. Die adaptative Synthese solcher Enzyme wird besonders wichtig beim Training der maximalen und submaximalen Kraft, was mit einem Muskelmassewzuwachs und erhöhtem Proteinbedarf einhergeht. Ein erhöhter Bedarf an Retinol und Tocepherol zur Ontegrität der Zell- und Subzellmembranen in großen Mengen von Metaboliten sowie die primäre peroxische Oxydation von Lipiden schaffen die Voraussetzung für die Verhinderung der Erythrozyt-Hämolyse und der sogenannten Sportanämie. Daher sind einem Sportlerorganismus verstärkt Vitamine zuzuführen, die zu einer Antioxydanziengruppe gehören. Die unkontrollierte Einnahme von Vitaminkomplexen mit damit einhergehender unausgeglichener Einnahme von Einzelvitaminen führt zu einer verstärkten Rückführung von Vitaminen und deren Stoffwechselprodukten über den Urin, was zu einer Überlastung von Leber und Nieren sowie zu Vitamindysbalancen führt. Die Folge besteht in einem Leistungsabbau (allgemeine und spezielle Leistungsfähigkeit). Seit jüngster Zeit ist auch bekannt, daß hohe Dosen Niacin, Ascorbinsäure, Thiamin, Pyridoxin, Folsäure und Pantothensäure toxisch wirken können. Ein Mangel an Vitaminen und Mikronährstoffen kann von Störungen vieler Funktionen im Organismus begleitet werden. Dabei ist zu beachten, daß natürliche Vitamin-Carrier einen besseren Behandlungseffekt als synthetische Präparate, die an Stelle von Mikronährstoffen fremde chemische Verbindungen enthalten, zeigen.
© Copyright 1997 Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1997
Ausgabe:Ukrainian Research Institute of Nutrition, 3 Bl.
Dokumentenarten:Forschungsergebnis
Level:hoch mittel