Individualizacija podgotovki vysokokvalificirovannych tjazeloatletok

(Die Individualisierung der Vorbereitung hochqualifizierter Gewichtheberinnen)

Grundlegende Ausführungen und Besonderheiten zur Belastungsgestaltung im Frauen-Gewichtheben. Zusammenfassend wird festgestellt, daß sich die Trainingsstruktur im Gewichtheben der Frauen deutlich von der der Männer unterscheidet. Dies betrifft insbesondere partielle Trainingswirkungen, eine größere Spezialisierung und höhere Umfänge allgemeiner Belastungen (fast 1,5 Mal höher als bei den Männern). Die Ursache dafür besteht darin, daß für Frauen die Spezifik der Kraftentwicklung einzelner Muskelgruppen eine größere Bedeutung hat als für Männer, da der Einsatz wiederholter Maximalbelastungen (2-5), die den Kern des Gewichthebertrainings bilden, auf Frauen eine viel Größere Wirkung ausüben als auf Männer. Das Training der Frauen ist daher durch eine viel geringere Auswahl an speziellen Mitteln der Entwicklung einzelner Muskelgruppen gekennzeichnet.In der Erweiterung des speziellen Trainings liegt eine Reserve im Training von Gewichtheberinnen. Es wurden trainingsmnethodische Untersuchungen durchgeführt,um zu ermitteln, welche Trainingsmittel und -methoden aus dem reichen Arsenal der Männer, die sich in über hundert Jahren Erfahrung herausgebildet haben, für das Frauen-Gewichtheben geeignet und übertragbar sind. Die Untersuchungen verliefen anhand von Trainingsbeobachtungen, Trainingsaufzeichnungen, Wettkampfprotokollen und funktionellen Werten von je 12 Mitgliedern der Nationalmannschaften Rußlands der Frauen und Männer in zwei Moskauer Trainingsstützpunkten. Belastungen Trotz individueller Unterschiede können folgende allgemeine Aussagen getroffen werden. Männer: allg. Vorbereitung (4 Wochen): 300-550 Hebungen (Spitzenwerte dabei in der 3. Woche). Der Umfang steigt von 368 Hebungen in der 1. Woche auf 526 in der 3. und fällt dann steil ab auf 304. Gesamtzahl der Hebungen: 1500 - 1700 spezielle Vorbereitung (4 Wochen): allmähliche Umfangssenkung von 365 auf 98 Hebungen. Gesamtzahl der Hebungen: 950-1110. Der mittlere Jahresumfang liegt bei 11 000 - 15 000 Hebungen. Davon werden ca. 100-150 Hebungen mit 90-100% der maximalen Leistung absolviert. Frauen: Frauen führen Serien mit hohen Wiederholungszahlen an Hebungen aus, was zu hohen Wochenumfängen führt. allgemeine Vorbereitungsetappe: Hohe Amplituden und geringe Variabilität in den ersten 3 Wochen und starke Umfangsreduzierung in der 4. Woche. Der Unterschied in der Anzahl der Hebungen in der 1. und in der 4. Woche beträgt 200! Spezielle Vorbereitung: Umfangserhöhung in der 2. und 3. Woche(= 6. und 7. Woche gesamt) und steile Umfangsreduzierung in der 4. (8.) Woche um ca. 300 Hebungen. Ein anderer Ausdruck der speziellen Wochendynamik im Training der Gewichtheberinnen gegenüber dem der Männer steht in Zusammenhang mit den großen Unterscchieden in der Gesamtbelastung in den Etappen der allg. und der spez. Vorbereitung (2100 - 2300 Hebungen vs. 1550 - 1700 Hebungen). Der mitlere Jahresumfang liegt bei 16 000 - 20 000 Hebungen. 260-300 Hebungen davon liegen im Belastungbereich 90-100%. Struktur von Teil-Trainingsbelastungen Auch in diesem Bereich sind die Unterschiede sehr deutlich. So beträgt der Anteil der speziellen Übungen (Stoßem, Reißen) in der allg. Vorbereitung bei den Männern 43,3%, bei den Frauen 44,4%, in der Etappe der speziellen Vorbereitung bei den Männern 54,4%, bei den Frauen 42,9%. Dies ist auch deshalb bemerkenswert, da der absolute Gesamtumfang der Frauen im Reißen und Stoßen den der Männer um das 1,4fache (allg. Vorb.) bzw. das 1,27fache (spez. Vorb.) überschritt. Auch die Trainingsintensität lag bei fast allen Übungen (außer beim Drücken) bei den Frauen höher als bei den Männern. Im Reißen lag dieser Unterschied bei 2,8%, im Stoßen bei 10,0%, bei Kniebeugen 27,1%, beim Zug beim Stoßen 23,5%, beim Zug beim Reißen 30,1%, beim Rumpfbeugen mit Hantel 40,2%. Die Intensität der Belastungen beim Drücken lag bei den Frauen 6,2% niedriger als die der Männer. Die aktuelle Situation ist gekennzeichnet durch eine gewisse Leistungsstagnation bei den Männern, bei den Frauen, die erst am Anfang der Entwicklung ihrer Sportart stehen, jedoch durch einen steilen Leistungsanstieg. So verbesserten die an den Untersuchungen beteiligten Sportlerinnen ihre Bestleistung im Reißen in einem Jahr um durchschnittlich 11,7 kg, im Stoßen um 15,8 kg und im Zweikampf um 27,5 kg. Wechselbeziehung zwischen Körperbau und Umfang und Intensität der Trainingsbelastung Die Untersuchungen erfolgten im 3-Wochen-Abstand. Dabei unterschieden sich Gesamttrainingsumfänge (1207 vs. 1195 Hebungen) sowie die speziellen Belastungen, z.B. Stoßen und Reißen ( 520 vs. 562) nicht wesentlich. Die untersuchten physiologischen Parameter zeigten jedoch bei Männern und Frauen sehr unterschiedliche Wirkung. So betrug beispielsweise der Zuwachs an relativer Muskelmassse bei den Männern das Fünffache von dem der Frauen (2,9% vs. 0,58%). Der Abbau der relativen Fettmasse lag bei den Männern 2,9 Mal so hoch wie bei den Frauen (-1,0% vs. 0,35%). Der Muskel-Fett-Index liegt demzufolge bei den Männern 10,9 mal höher als bei den Frauen. Insgesamt wird die Körperzusammensetzung (Fett/Muskelmasse) als wichtigster Indikator des morphofunktionellen Zustandes von Gewichthebern bei den Männern von der Belastung deutlich stärker angesprochen als bei den Frauen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Veröffentlicht in:Olimp
Sprache:Russisch
Veröffentlicht: 1994
Ausgabe:Izhevsk (1994)2, S. 34 - 35
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel