Interaktives Feedbacktraining im Hochleistungsrudern
Im Hochleistungsbereich nimmt die technologische Unterstützung durch Bereitstel-lung biomechanischer Leitungsparameter eine wichtige Rolle im Techniktraining ein (Jaitner et. al, 2022). Mobile Messsysteme ermöglichen die Bereitstellung kinemati-scher und dynamischer Parameter als (Quasi-)Echtzeitfeedback. Aus Sicht der Bio-mechanik liegen umfangreiche Arbeiten zur Entwicklung und zum Einsatz mobiler Messsysteme sowie der Objektivität und Reliabilität der Messwerterhebung vor (vgl. Baca, 2011; Camomilla et al., 2018; Phillips et al., 2013; Zhang et al., 2019). Ebenso finden sich umfangreiche Forschungen zur Analyse von Bewegungstechniken und der Identifikation von Einflussgrößen der sportmotorischen Leistung. Für die Sportart Rudern können wesentliche Erkenntnisse diversen Metanalysen und Übersichtsarti-keln entnommen werden (u.a. Baudouin & Hawkins, 2002; Shephard, 1998; Soper & Hume, 2004; Steinacker & Secher, 1993). Für den Bereich des DRV wurden die Merkmale einer guten Rudertechnik zudem im Leitbild Rudern zusammengefasst (Altenburg & Mattes, 2002; König, 2019). Damit lässt sich für die Sportart Rudern festhalten, dass umfangreiches Wissen zur Einflusshöhe und damit zur Relevanz biomechanischer Technikmerkmale verfügbar ist, das in Anlehnung an Ballreich & Baumann (1996) zur Identifikation individueller Ansteuerungsstrategien für das Tech-niktraining genutzt werden kann.
Die lerntheoretische Fundierung des Feedbacktrainings basiert jedoch hier auf klas-sischen Regelkreismodellen, die das Wiederholen der Zielbewegung und die Fehler-korrektur in den Vordergrund stellen. Systemdynamisch basierte Ansätze des moto-rischen Lernens wie das Differenzielle Lernen belegen dagegen die Relevanz der Bewegungsvariation als primären Lernreiz (Schöllhorn, 1999; für einen Überblick siehe Tassignon et al., 2021), um eine Optimierung der individuellen Technik eines Athleten anzusteuern. Bislang finden diese Ansätze jedoch kaum Berücksichtigung in biomechanischen Feedbacksystemen, obwohl eine stärker interdisziplinäre Her-angehensweise, die biomechanische bzw. technologische Forschung mit Ansätzen des motorischen Lernens verknüpft, seit vielen Jahren verstärkt gefordert wird (But-tifield et al., 2009; Daugs, 2000; Phillips et al., 2013). Zielstellung dieses Forschungs-projekts war daher, die Effekte eines interaktiven Feedbacktrainings mit variierenden Sollvorgaben im Hochleistungssport Rudern zu evaluieren.
© Copyright 2024 15. Symposium der dvs-Sektion "Sportinformatik und Sporttechnologie": Zwischen Geistesakrobatik und praktischer Anwendung: Innovationen in der Sportinformatik und Sporttechnologie. Veröffentlicht von Technische Universität Dortmund. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten |
| Tagging: | differenzielles Lernen Interaktion |
| Veröffentlicht in: | 15. Symposium der dvs-Sektion "Sportinformatik und Sporttechnologie": Zwischen Geistesakrobatik und praktischer Anwendung: Innovationen in der Sportinformatik und Sporttechnologie |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Dortmund
Technische Universität Dortmund
2024
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| Online-Zugang: | https://eldorado.tu-dortmund.de/items/9f6c6010-d273-4ddd-9150-c18a2e9ace15/full |
| Seiten: | 67-72 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |