Möglichkeiten des Einsatzes der Elektromyographie im Freiwasser bei Spitzenrudersportlern - Erste Ergebnisse
(Chances of the use of electromyography in the open water in elite rowers - preliminary results)
Die Elektromyngraphie ermöglicht es, Muskelaktivitäten während der Ruderbewegung abzubilden, inter- und intraindividuelle Koordinationsmuster darzustellen und in Verbindung mit der synchron erfassten dynamischen Bewegungsstruktur zu analysieren. Komplexe Untersuchungen während Messbootfahrten, unter teils großem technischem Aufwand, haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und neue Erkenntnisse für die Praxis hervorgebracht (Krüger et al, 2DIG). Ziel der Untersuchung ist eine vergleichende Darstellung der Aktivitätsmuster bei wettkampforientierter Bewegungstechnik im Freiwasser und im Ruderbecken.
An der längsschnittlich angelegten Untersuchung nehmen sechs A- und B-Kaderathleten (Skull, männlich. 22,6 ± 2,87 Jahre; 1.95 ± 0,04m; 97,6 ± 6,00kg) teil. Mit Hilfe eines 16-Kanal-EMGs (Noraxon® USA) werden die Muskelaktivitäten von sechs vortriebswirksamen Muskeln erfasst. Die Aufzeichnung der Dollenkräfte und -winkel erfolgt synchron mit einem FES-Messsystem (Berlin, Germany). Das Roh-EMG-Signal wird gleichgerichtet und mit Hilfe des Root-Mean-Square (RMS) bei einer Fenstergröße von 100 ms geglättet. Aus 10 aufeinander folgenden Ruderschlagen wird ein mittlerer Ruderschlag eines jeden Probanden errechnet und an der Versuchsgruppe verglichen.
Der Vergleich zwischen Ruderbecken und Freiwasser ergab gleiche Aktivitätsmuster, sowohl in Höhe als auch im Verlauf der jeweiligen Muskeln (vgl. Abb. 1). Lediglich beim M. erector spinae zeigte sich eine höhere Muskelaktivitat während der Freiwassermessungen. Sichtbare Unterschiede verdeutlicht die Standardabweichung um die dargestellte Muskelaktivität. Das an der Ruderdolle gemessene Kraftsignal unterscheidet sich kaum in Verlauf und Höhe zwischen der Freiwasser- und der Ruderbeckenmessfahrt.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen bewegungshomogene Muskelaktivitätsmuster trotz individueller "Handschrift" jedes Ruderers (vgl. Abb. 1). Die zwischen den beiden Ruderszenarien aufgetretenen Unterschiede in der mittleren Muskelaktivität, wie z. B. beim M. erector spinae pars lumbalis, sind auf einen erhöhten koordinativen Anspruch der gemessenen Muskulatur im Freiwasser zurückzuführen. Dies gilt es im Hinblick auf eine Gestaltung von z.B. Wintertraining weiter zu verfolgen und zu analysieren.
© Copyright 2010 Rudersymposium 2010. Abstracts. Veröffentlicht von Technische Universität. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Veröffentlicht in: | Rudersymposium 2010. Abstracts |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Dortmund
Technische Universität
2010
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| Online-Zugang: | http://www.hs.tu-dortmund.de/rudersymposium/abstracts/pdf-dateien/3-6-vogel-prieske-krueger-wick-MOEGLICHKEITEN%20DES%20EINSATZES%20DER%20ELEKTROMYOGRAPHIE%20IM%20FREIWASSER.pdf |
| Seiten: | 40 |
| Dokumentenarten: | Kongressband, Tagungsbericht |
| Level: | hoch |